Wie eine glückliche Partnerschaft gelingt

Frauen und Männer
Von Rüdiger Dahlke
13 Feb 2017
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Frauen und Männer sind nicht gleich

von Rüdiger Dahlke

Dass Frauen und Männer nicht gleich sind, erschließt sich dem Arzt spätestens im Anatomiekurs, allen anderen eigentlich auf den ersten Blick. Selbst mit der Gleichberechtigung ist es nicht so leicht, denn die jederzeit nachvollziehbare Forderung nach gleichen Rechten wird Männer trotzdem nicht zum Kindergebären ermächtigen.

Die Anziehung zwischen den Geschlechtern ist so groß, gerade weil sie so verschieden sind. In früheren Zeiten haben oft Eltern Beziehungen gestiftet nach dem Motto: „Schau mal, wir haben eine Brauerei und die haben eine, also braut was zusammen.“ Das war dann keine große Anziehung und heiße Liebe, hat aber funktioniert. Sie haben zusammen Bier gebraut und nebenbei Kinder bekommen. So konnte sich – nach dem Motto „gleich und gleich gesellt sich gern“ – oft eine Beziehung zum Wohl entwickeln und eine kleine nette Gemeinschaft zusammengebraut, in der sich alt werden ließ.

Gegensätze ziehen sich an

Heute setzen dagegen wir auf die Liebe auf den ersten Blick und suchen uns Partner selbst aus – oft nach der Devise „Gegensätze ziehen sich an“. Mit den Unterschieden und der Spannung wächst die Anziehung, und so fühlt sich diese Liebe ungleich heißer an. Sie kann so stark werden und sogar den Intellekt kalt stellen, sodass das heiße Herz den kühlen Kopf dominiert – aber nur für eine gewisse Zeit. Dann folgt auf die Resonanzphase, die der Polarität.

Die Partner sind grundverschieden, aber nicht alle gleich (verschieden). Es gibt weibliche Männer, heutzutage eher ein Vorteil, und männliche Frauen, früher ganz schlimm und heute immer noch nicht so toll. Im Sinne Freuds lässt sich von einer Ergänzungsreihe sprechen. Vom Superweib a la Veronika Ferres auf dem einen bis zu Arnold Schwarzenegger auf dem anderen männlichen Pol. Aber das ist natürlich nur äußerlich, aber die beiden empfinden auch verschieden und haben unterschiedliche Interessen.

Sie interessieren sich für einander, Männer für Frauen und Frauen für Männer, und Frauen ansonsten eher für Ansehen und Männer für Aussehen. So finden sich oft auffallend schöne Frauen an der Seite einflussreicher Männer. Aber was ist eigentlich mit den einflussreichen Frauen und den ansehnlichen Männern? Sie kommen in der Partnerschaft nicht gut weg bzw. unter, denn Frauen geben bei der ersten Wahl nicht viel auf Aussehen, und Männer haben vor einflussreichen Frauen geradezu Angst. Selbst attraktive einflussreiche Frauen sollen schwer vermittelbar sein.

Probleme entstehen daraus, dass Männer glauben, Frauen funktionierten genau wie sie und seien auf Aussehen fixiert. So trainieren viele ihre Muskeln und erreichen damit oft das genaue Gegenteil. Nicht nur, dass sich Frauen für die Muskel-Fleisch-Berge wenig interessieren, sondern die werden durch die oft geschluckten Hormone auch noch impotent, was dann niemand mehr mögen kann. Frauen wissen dagegen, was Männer interessiert und achten deshalb mit Recht sehr auf ihr Aussehen und lassen da heute nicht selten nacharbeiten. Mit größeren Brüsten und volleren Lippen können sie, zumindest in der Acquisitionsphase durchaus punkten, während Haarverpflanzungen und Penisverlängerungen Männer kaum weiter bringen. Das gleiche Verhalten kommt also völlig verschieden an, weil beide Geschlechter die Welt so verschieden betrachten.  

Später ergibt sich allerdings ein zweiter Partnerschafts-Markt, wo die Karten neu gemischt werden. Einflussreiche Frauen suchen sich, wenn sie Karriere und Familie hinter sich haben, heute manchmal auch Rhythmus-Athleten aus Ländern wie Jamaica und Cuba und haben nun nichts mehr gegen gutes Aussehen, wenn sie das Ansehen selbst gesichert haben. Männer aber fehlt kollektiv der Mut zu einflussreichen Frauen, und da wird es Zeit, denn die werden immer mehr. In USA, wo die Gesellschaftsschichten ungleich durchlässiger sind, gehen bereits 60 % der Dissertationen, 55 % der Bachelor-Degrees aufs Konto von Frauen. Sie verdienen in über 40 % der Beziehungen schon deutlich mehr Geld. Es kommen also anspruchsvolle Zeiten und Frauen auf Männer zu.     

Das Gesetz der Resonanz und der Polarität 

Die Probleme, in die Partnerschaften heute münden, haben einerseits mit der mangelnden Kenntnis der Spielregeln des Lebens in Gestalt der „Schicksalsgesetze“ zu tun. Andererseits mit dem undurchschauten „Schattenprinzip“, das aus dem wichtigsten der Schicksalsgesetze, dem der Polarität folgt, und auch die Partnerschaft bestimmt. In der ersten Beziehungsphase haben die beiden bei der Liebe auf den ersten Blick das Gesetz des Anfangs auf ihrer Seite, das drittwichtigste der Schicksalsgesetze, und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne. Anschließend genießen sie die Resonanzphase, vom zweitwichtigsten Schicksalsgesetz der Resonanz bestimmt. Entscheidend aber für den Fortbestand ist das spätestens nach drei Jahren in den Vordergrund tretende Gesetz der Polarität. Die Großhirnvergiftung auf Hormonbasis, die alles durch die rosa Brille sehen lässt, ebbt ab und die beiden spiegeln sich gegenseitig ihre Schatten. Jetzt beginnt der Klein-Krieg, der nicht selten, was in heißer Liebe vor den Traualtar führte, in kalten Hass wandelt und vor dem Scheidungsrichter endet.

Dabei läge hier auch die größte Chance, nämlich im Schatten den Schatz zu erkennen und zu heben und statt Kleinkrieg ein erfülltes Leben zu leben. Dazu müsste er ihre Eifersucht als seine erkennen und sie seinen Geiz als Karikatur ihrer Sparsamkeit. Tatsächlich können wir uns nur über etwas ärgern, das wir auch in uns tragen. Ohne Resonanz zu diesem Thema würden wir kaum darauf reagieren. D.h. alles, was uns am Partner stört, ist auch in uns. Ohne diese Resonanz könnte es uns kaum sauer aufstoßen. Insofern wird also der Partner zum idealen Spiegel unserer Schatten und zum Schatten-Therapeuten - wenn wir ihn als solchen wahr- und wichtig nehmen und wert schätzen. Wir müssen ihn oder sie nur besser anschauen und ihr und ihm nur genauer zuhören und sobald uns etwas ärgert, nachsehen, wo Ähnliches in uns ist. Allerdings müssen wir das Problem nicht auf derselben Ebene haben, also Geiz in materieller Hinsicht kann auch Geiz mit Gefühlen spiegeln. Das Ausmaß wird sich auch nur selten entsprechen, immer aber das Lebensprinzip dahinter. Wer sich von der Unordnung des Partners gestört fühlt, kann sogleich bei sich danach suchen, mag aber sein, dass die kleinen äußerlichen Unordentlichkeiten des Partners ein erhebliches eigenes inneres Chaos spiegeln.

Animus und Anima leben

Neben diesen Alltagsschatten lässt sich über die Partnerschaft auch das große Schattenthema von Animus und Anima lernen. Adam und Eva sind sich tatsächlich Spiegelbilder und erlauben uns, den gegengeschlechtlichen Pol zu integrieren. Nach C.G. Jung ist für die Frau in der zweiten Lebenshälfte die Integration des Animus, des männlichen Seelenanteils, Aufgabe und für den Mann die Anima. Werden wir dieser großen Aufgabe nicht gerecht, sinkt sie – im Sinne von "Krankheit als Symbol" – auf die Körperebene und macht uns hier deutlich, was wir dem Leben auf übertragener Ebene schuldig bleiben. Bei Frauen wächst dann ein Damenbart in einem herber und herrischer werdenden Gesicht. Bei Männern verkörpert sich entsprechend das Thema Anima und führt zu „weibischen“ Gesichtszügen. Der respektlose Volksmund sieht dann, wie es ihm die Visage verreißt. Dem Erreichen von Körbchengröße B bei den Brüsten steht nun auch nichts mehr im Wege. Der Unterschied bei den Unterschieden ist wieder, dass auf einen starken Damenbart sofort jedes Kind reagieren würde, wohingegen die Brustentwicklung bei ältlichen Männern geflissentlich übersehen wird. Wer diese Verschiebung der Lernaufgabe auf Körperbühne als Sackgasse erkennt und sich dem Thema stellen will, muss mit der Verwirklichung des inneren Mannes bzw. der inneren Frau beginnen. Das ist das Thema der Krankheitsbilder-Deutung, die sich natürlich auch auf Entwicklungskrisen anwenden lässt.

Partnerschaft kann so unter Beachtung der „Schicksalsgesetze“ und des „Schattenprinzips“ entscheidende Lebensaufgaben bewältigen helfen und dazu führen, vollkommener und heiler zu werden.        

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