Werde, wer du wirklich bist

Frieden
Anita Maas
8 Feb 2019
Themenmagazin maaS No. 12 MUT - Vorwort Werde wer du bist

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Werde, wer du bist!

Liebe Leserinnen und Leser,

„Das ist aber mutig!“, höre ich immer wieder, wenn jemand erfährt, dass ich als Apothekerin ein Print-Magazin unter meinem Namen ins Leben gerufen habe. Meistens irritiert mich das ein wenig, denn ich finde es gar nicht so mutig. Natürlich gab und gibt es immer wieder Bedenken und Risiken, aber ich nehme sie bereitwillig in Kauf, weil ich meinem Herzen folge. Aber niemals würde ich freiwillig mit einem Fallschirm auf dem Rücken aus einem Flugzeug springen. Was hat es also mit dem Mut auf sich, dass dieselbe Sache für den einen unüberwindbar scheint und für den anderen ein kribbelndes Abenteuer ist?

Die entscheidende Frage ist, ob ich etwas Mutiges tue, um von anderen dafür bewundert zu werden, oder ob ich einem inneren Drang folge. Einem Gefühl in meiner Brust, das so stark ist, dass ich ohne nachzudenken dafür bereit bin, etwas zu riskieren. Manche setzen sogar ihr Leben auf’s Spiel wie in dem Gedicht Nis Randers, der bei einem schrecklichen Unwetter in der dunklen Nacht auf dem Wrack auf der Sandbank noch einen Mann im Mast entdeckt. Ruhig spricht er „Wir müssen ihn holen“. Seine Mutter will ihn zurückhalten, aber er ist fest entschlossen. Wer so mutig auftritt, dem folgen andere bereitwillig. So springen mit Nis Randers noch sechs Männer todesmutig ins Boot und sie rudern zusammen hinaus in die tosende See. Sie schaffen es tatsächlich – und bringen den verschollenen Bruder zurück!

Helden überwinden den Drachen der Angst und werden dafür reich belohnt. Auch Helden des Alltags. Die entscheidende Frage ist: Wofür lohnt es, sich zu engagieren? Für welche Ziele und Überzeugungen gehst du mutig voran, dass sich andere hinter dich stellen und ihr gemeinsam Großes bewirkt: Für deine Nachbarn aus anderen Ländern, die Bäume in deiner Straße, die Zustände an der Schule deiner Kinder?

Es kostet viel Mut, dich mit deiner Meinung in der Öffentlichkeit für andere zu engagieren. Aber die größte Angst ist es, zu dem zu stehen, wer und was du wirklich bist. Nicht nur damit sichtbar zu werden, sondern sogar dein Licht hell scheinen zu lassen und deine volle Größe zu zeigen. Du machst dich damit angreifbar und es wird Neider geben, aber vor allem bist du ein Vorbild für andere. Und diese Welt braucht Menschen, die aus dem Strom ausscheren und ihr eigenes Ding machen.

Die Angst vor Veränderung ist groß, manchmal scheint sie unüberwindbar. Mut ist die Brücke, die dir hilft, deine meist irrationalen Ängste zu überwinden und Neuland zu betreten. Und das kannst du trainieren, indem du Tag für Tag etwas Neues machst, einen anderen Weg zur Arbeit nimmst, jemandem ehrlich ein Kompliment machst oder zeigst, wo deine Grenzen sind, du eine neue Sprache lernst oder einen Urlaub mal ganz anders verbringst. So wird deine Komfortzone immer größer, dein Mutmuskel immer stärker und du traust dir immer mehr zu. Am Ende erstrahlst du mehr und mehr in deinem eigenen Licht und wirst, wer du wirklich bist.

Vorwort aus maaS No. 12 MUT

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maaS No. 12 MUT