Weibliche Führungsqualitäten

Frauen und Männer
Astrid Brinck / Juliane Wothe
18 Mai 2016
Astrid Brinck Weibliche Führungsqualitäten

Astrid Brinck

Mit Anmut und Würde zum Wohle Aller

Die Eigenschaften Anmut und Würde sind heutzutage sehr selten geworden. Wie die Spitze eines Eisbergs gehen sie mit einem inneren Ort des Fließens einher, des Vertrauens in sich selbst und absoluter Präsenz, aber auch mit Mitgefühl und Verständnis für andere und einem inneren Zugehörigkeitsgefühl. Anmutig und würdevoll kann jemand sein, der sich selbst kennt, sich seiner selbst sicher ist und wirkliche innere Heilung erfahren hat. Diese innere Harmonie macht eine natürliche Führungspersönlichkeit aus. Mit wahrer Präsenz und Mitgefühl, das akzeptiert und respektiert, kann ich ein energetisches Feld um mich kreieren, das andere inspiriert und anspornt, ihr Bestes zu geben und ihr Bestes zu sein. Zusammenarbeit basiert dann auf dem tiefen Gefühl von gegenseitiger Anerkennung und Vertrauen ohne Angst vor mentaler Verurteilung oder Strafe.

Um sich weibliche Führungsstärke anzueignen, braucht es zwei Schritte. Im ersten Schritt geht es um die innere Arbeit, im zweiten um Instrumente und Werkzeuge für eine erfolgreiche Menschenführung. Es ist unumgänglich, sich beide Teile zusammen anzueignen und zu erarbeiten, um erfolgreich führen zu können. Die innere Arbeit bildet das Fundament für die äußere.

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Führung setzt Flexibilität voraus.

Starre Strukturen sind Teil eines alten Systems, aus dem nichts Neues wachsen kann. Insbesondere Frauen besitzen die Fähigkeit flexibel und aufmerksam zu sein, was die Bedürfnisse eines Kollektivs angeht. Intuitiv erfühlen sie, in welche Richtung sich ein Team entwickeln will und wo mögliche Blockaden liegen. Eine gesunde Offenheit, diesem Gefühl zu folgen, bringt mehr Leichtigkeit und Freude in alle Prozesse und erlaubt gesunde Kreativität. Dinge müssen nicht erzwungen werden, sondern können einfach fließen. Als Führungskraft bin ich nicht Eigentümer, Besitzer oder Meister von dem, was ich leite, sondern stehe im Dienst einer Gruppe, einer Organisation oder Familie, um deren kollektives Ja-Gefühl zu ergründen und sie entsprechend zu lenken. Eine organische Einheit mit dem Verstand zu lenken, kann kurzfristig zu den gewünschten Ergebnissen führen, ist langfristig jedoch mit eher negativen Konsequenzen wie Frustration oder Konflikten durch Uneinigkeit verbunden. Als Leiter einer Gruppe sind  wir dazu in der Lage, Konflikte im Voraus zu erahnen und dementsprechend entgegen zu wirken, die Gruppe also quasi in Resonanz zu halten.

Wenn ich mich selbst anerkenne, bin ich frei von dem Bedürfnis nach Aufmerksamkeit durch Lob oder Beifall.

Erfolg bedeutete bisher wenig zu geben und viel zu bekommen: Je mehr ich bekomme, desto erfolgreicher bin ich. Ich finde es hingegen wichtig, in Harmonie mit der Natur und einem ausgeprägten Servicegedanken zu leben. Alles andere ist nicht länger förderlich für die Gesamtheit unserer Welt. Dem neuen Paradigma zufolge sieht die Definition von Erfolg so aus: Je mehr ich mit Würde und Erhabenheit denen diene, die mit mir arbeiten, desto mehr Qualität bietet meine Arbeit und desto mehr Energie, Qualität und Wohlbefinden sind im Unternehmen zu verzeichnen.

Wenn die Mehrheit aller Führungspositionen mit Menschen besetzt wären, die ihre innere Arbeit geleistet haben und mitfühlend leiten, würden alle Entscheidungen auf der Ganzheit des Lebens beruhen und alle möglichen Konsequenzen bedacht und geachtet werden. Wir würden Erfolg neu definieren und die Ordnung der Natur nicht länger missachten. Im Gegenzug fänden wir Unterstützung in der Energie, die unserem inneren und dem kollektiven Ja-Gefühl folgt. Alles würde sich mit uns bewegen, mit unserem Herzen. Wir bräuchten nichts mehr forcieren, sondern nur noch auf den richtigen Moment zu warten, zuhören und beobachten. 

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Weiterlesen in der Ausgabe maaS No. 2 "Frauen und Männer"

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