So wirst du mutiger

Mut
John Strelecky
13 Feb 2019
So wirst du immer mutiger - Das Abenteuerspiel des Lebens von John Strelecky in maaS No. 12 MUT

John Strelecky and Friends

Das Spiel des Lebens

Von John Strelecky

Ich liebe Mut, diese allwissende, uralte Existenz, die uns herausfordert, unsere Fähigkeiten wachsen zu lassen. Dabei lässt er uns erkennen, wie albern unsere Ängste zumeist eigentlich sind.

Ich glaube, dass wir alle mit einer großen Portion Mut geboren werden und er Bestandteil unserer DNA ist – aus einem wichtigen Grund. Ich kam darauf beim Schreiben meines Buches “Safari des Lebens”. Ich hatte eine Vision über das Menschsein, ehe wir in unsere physische Form eintreten. Wir selbst wählen die Herausforderungen aus, die wir als Mensch machen möchten. Ähnlich wie beim Planen eines Urlaubs, wenn wir festlegen, welche Orte wir bereisen und was wir unternehmen möchten. Vor unserer Geburt legen wir unser Leben fest. Und wir entwerfen unseren Lebensplan mit der Absicht, dass das, was wir uns aussuchen, uns ermöglicht zu wachsen. Also suchen wir uns keine einfachen, leicht zu bewältigenden Erfahrungen aus. Denn diese würden uns ja nicht viel Wachstum bringen. Stattdessen nehmen wir es mit großen Herausforderungen auf. Manche davon sind vielleicht physischer Natur, wie wir aussehen zum Beispiel. Andere könnten mit einer Verletzung oder einer Krankheit einhergehen. Wiederum andere könnten mentale Herausforderungen sein, wie beispielsweise mit nicht unterstützenden oder überaus kritischen Menschen in unserem Leben klarzukommen und deren Verhalten uns gegenüber zu überwinden..

 Passend zu den gewählten Herausforderungen bekommen wir auch positive Attribute, die uns helfen, sie zu meistern: unseren ganz eigenen, einzigartigen Super-Kräfte-Mix. Mut ist darin eine der wichtigsten Superkräfte.

 

Dann werden wir geboren und erinnern uns weder an die Herausforderungen noch an die positiven Attribute, die wir gewählt haben. All das ist Teil des Spiels. Im Laufe unseres menschlichen Daseins zeigen sich die Herausforderungen. Dadurch haben wir die Möglichkeit, unsere Super-Kräfte zu entdecken und zu umarmen, um unsere Herausforderungen zu meistern.

Wenn wir uns dieser Spielregeln bewusst sind, können wir unser Leben aus einem ganz anderen Blickwinkel heraus betrachten. Es geht gar nicht darum, die niederschmetternden Herausforderungen zu vermeiden. Es geht darum, diese Herausforderungen als Teil auf unserem Weg zu einem großartigen Leben zu verstehen. Auf einmal sind wir Abenteurer mitten in einem Spiel. Wir realisieren, dass die Herausforderungen nicht einfach von selbst verschwinden werden. Vielmehr ist das Spiel so gestaltet, dass, wenn wir uns den Herausforderungen nicht stellen, sie einfach immer wieder auftauchen werden und zwar jedes Mal heftiger. Also nehmen wir das Spiel an. Das bedeutet, dass wir nach den uns einverleibten Super-Kräften Ausschau halten, die uns helfen zu gewinnen. Ausgestattet mit diesen bewegen wir uns mutig durch das Spiel, wohl wissend, dass nicht jeder Moment ein Sieg sein wird. Aber es ist auch nicht vorgesehen, dass wir verlieren.

Wir sind nicht allein – von mutigen Menschen lernen

Allein die Bereitschaft, das Leben in diesem Kontext zu betrachten, erfordert Mut. Denn es bedeutet, dass wir selbst die Verantwortung für unser Schicksal übernehmen. Wir erschaffen unsere Realität. Wir steuern, was uns geschieht. Das ist einfach an einem Tag, an dem alles gut läuft. An einem Tag, an dem wir einer großen Herausforderung gegenüberstehen, kann dies jedoch viel beängstigender sein. Aber wir sind nicht alleine in diesem Abenteuer. An Tagen, an denen uns der Mut fehlt, können wir ihn leicht durch die Beispiele um uns herum wieder aufbauen.

Es gibt unglaublich viele Szenarien, wie andere ihren Mut unter Beweis gestellt haben: Eltern, die Hindernisse überwinden, um ihre Kinder groß zu ziehen; Männer und Frauen, die ins All fliegen; Abenteurer, die Ozeane in einem Ruderboot überqueren; Jugendliche, die neue Erfindungen kreieren und Wissenschaftler, die Heilmittel für Erkrankungen finden. Egal welchen Herausforderungen wir entgegentreten, es gibt Beispiele von Menschen, die bereits genau diese oder ähnliche erfolgreich gemeistert haben, in unserer Zeit oder vor hunderten oder sogar tausenden Jahren. Diese Geschichten lassen uns demütig werden und unsere eigenen Herausforderungen oft sehr klein im Vergleich dazu erscheinen. Egal womit wir konfrontiert sind, es gibt immer jemanden, der schon etwas viel Schwierigeres erlebt und bewältigt hat.

Wir selbst haben alles, was es dazu braucht, nicht nur um zu überleben, sondern um zu wachsen, aufzublühen und uns selbst zu übertreffen.

Wie können wir mutiger werden?

Vor allem dann, wenn wir uns klein fühlen? Das können wir von einem Baby lernen. Ein Baby wechselt auch nicht innerhalb eines Tages vom Krabbeln zum Marathonlaufen, denn die Entwicklung dahin ist ein Prozess. Monatelang beobachten Babies wie Gehen und Laufen aussieht. Dann bilden sie Muskeln, indem sie krabbeln. Wenn sie dann stark genug sind, richten sie sich auf und beginnen zu stehen. Wenn sie das gut können, beginnen sie zu gehen und nur dann, wenn sie das bereits gut beherrschen, beginnen sie zu rennen. Mutiger zu werden, folgt einem ähnlichen Weg. Nutze dabei die Vielzahl an technologischen Möglichkeiten, die uns zur Verfügung stehen, um Mut in Aktion zu sehen: Geh auf youtube und schau dir inspirierende Videos an. Mach eine Google-Suche nach „Menschen, welche . . . . . . überwunden haben. “ (Gib in die leere Stelle die Herausforderung ein, mit der du konfrontiert bist.) Schau dir TED-Talks an.

  1. Schritt

Geh in eine Bibliothek in die Jugendabteilung in den Bereich für Biografien. Nimm dir einen Stapel Bücher von Menschen mit, von denen du gehört hast, aber deren wahre Geschichte du noch nicht kennst. Biographien aus der Jugend-Abteilung sind fantastisch, weil sie zumeist kürzer und direkter geschrieben sind. So kann man eine komplette Biografie in bereits einer Stunde lesen. Es gibt eine großartige Serie, welche „Wer war . . . . . .“ und „Wer ist . . . . . .“  heißt. Ich liebe diese Buch-Serien. Sie handeln von den guten und den schwierigen Zeiten und den Hindernissen, die diese Menschen im Laufe ihres Lebens überwunden haben. Das ist sehr kraftvoll, weil es dir hilft, eigene Ideen zur Bewältigung deiner Hindernisse zu finden.

  1. Schritt

Dann wird es Zeit, deine eigenen Mut-Muskeln zu stärken. Beginne klein. Wenn du ein Abenteurer sein möchtest, aber Angst vorm Reisen hast, dann beginne damit eine neue Straße in deiner Stadt entlang zu gehen. Nur eine einzige, neue Straße. Fünf Minuten rauf, fünf Minuten runter. Mach diese Route dann jeden Tag. Eine Woche lang. Die Woche darauf wähle eine andere Straße. Nach einem Monat versuch mal, mit dem Fahrrad zu irgendeinem neuen Ort zu fahren. Von dort beginne mit dem Bus dahin zu fahren, wo du noch niemals warst. Das sind alles kleine Mini-Abenteuer. Geh damit so um, als wären das alles Teile des Spiels.

  1. Schritt

Während du diese kleinen Schritte von mutigen Handlungen durchlebst, versorge dich weiterhin mit Büchern, Videos und Geschichten. Denn etwas, das am Anfang deiner Entwicklung weit über deinen Fähigkeiten zu sein erscheint, wird innerhalb einiger Monate oder einem Jahr sehr wohl in deiner Reichweite sein. Bald schon wirst du Dinge tun, die es wert sind, darüber ein eigenes Video zu machen.  

Was ist dein Ziel?

Ein Schlüsselpunkt für jedes Wachstum ist es zu wissen, wohin du wachsen möchtest. Was ist dein Ziel? Wann wirst du wissen, dass du es erreicht hast? Im Fall von Mut – was bedeutet es für dich, mutig zu sein? Ist es vielleicht die Fähigkeit, vor Publikum zu stehen und deine Geschichte zu erzählen? Ist es ehrlich zu dir selbst zu sein, wenn du einen Fehler gemacht hast? Einen Job oder eine Beziehung zu beenden, der oder die nicht gesund für dich ist? Klarheit über unser Ziel zu haben, ermöglicht uns, das Wachstum auszurichten, während wir unsere Mut-Kapazitäten ausbauen.

Eine sehr nützliche Technik, um dein Mut-Ziel zu entdecken, ist folgende Kategorien zu verwenden: Stop, Start und Weiter.

Stop – Damit höre ich auf!

Mut bedeutet für dich, dass du womit aufhören wirst? Möglicherweise ist es etwas, wie du mit dir selbst umgehst, z. B. dich selbst klein zu machen mit Worten oder durch Gedanken. Möglicherweise ist es etwas, was du für andere tust, und du hast aus irgendeinem Grund Angst, damit aufzuhören.

Start – Damit fange ich an!

Was wäre, wenn du voller Mut wärst, was würdest du dann machen, was du jetzt nicht tust? Würdest du dich auf bestimmte Art und Weise anziehen? Würdest du deine Zeit mit Dingen füllen, die du dich jetzt noch nicht traust zu tun, weil du davor Angst hast, was andere dann über dich denken könnten? Oder zögerst du, weil du weißt, dass du anfangs noch nicht gut darin wärst? Denk daran: jeder Tänzer, jeder Künstler, jeder Unternehmer, Filmemacher, Bäcker, Wissenschaftler hat einmal begonnen, ohne überhaupt nur irgendetwas darüber zu wissen, worin er später dann ein Experte wurde. Genauso wie das Baby, das laufen lernt, beginnen wir alle weit entfernt von dem, was wir am Ende fähig sein werden zu tun. Aber wenn wir nicht beginnen, werden wir nicht besser.

Weiter – Dabei bleibe ich!

Manchmal bedeutet Mut auch, etwas weiterhin zu tun, das wir wichtig für uns halten, obwohl der Rest der Welt zu sagen scheint, es sei verrückt. Was machst du jetzt, das deine Seele erfüllt? Yoga jeden Freitag? Oder ist es die Radtour durch den Wald einmal in der Woche? Sorge dafür, dass du diesen Aktivitäten weiterhin nachgehst und sie sogar noch ausdehnst. Das erfordert, dass du zurück zur “Stop” Kategorie gehst. Die meisten Menschen haben ein sehr ausgefülltes Leben, sodass mehr Zeit für einen Bereich erfordert, etwas anderes zu unterlassen. Mit etwas aufzuhören, wird zunehmend leichter, wenn wir wissen, dass wir nicht einfach nur mit etwas aufhören, sondern es auch gleich mit einer Alternative ersetzen, durch die wir uns lebendiger fühlen.

Dafür lohnt es sich

Zu guter Letzt möchte ich dich dazu ermutigen, die passende Motivation zu finden. Denn wenn die Motivation groß genug ist, werden wir es mit Herausforderungen aufnehmen, die andernfalls unüberbrückbar scheinen. Für Eltern ist es eine sehr nützliche Motivation, sich klar zu machen, dass ihre Handlungen Vorbilder für ihre Kinder sind. Wer keine Kinder hat, fungiert als Vorbilder in seinem Umfeld. Sehr oft tun wir mehr für andere als für uns selbst. In diesem Fall bedeutet das, dass wir unseren Mut weiterentwickeln, um unsere Herausforderungen zu bewältigen, so dass wir ein großartiges Leben haben. Nicht nur für uns selbst, sondern damit auch unsere Kinder und alle, die wir gern haben, ebenfalls die beste Chance bekommen, selbst ein großartiges Leben zu führen.

Genieße das Abenteuer!

John Strelecky ist der Autor des Nr. 1 Bestsellers »Das Café am Rande der Welt«und der »Big Five for Life« Buchreihe. Um mehr über seine Werke und das Entdecken der Liebe am Leben zu erfahren, besucht https://jsandfriends.com/

Auszug aus Themenmagazin maaS No. 12 MUT

Themenmagazin maaS No. 12 MUT

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