Nicht noch mehr!

Loslassen
John Strelecky
19 Nov 2019
Nicht noch mehr - von John Strelecky asu maaS Magazin No. 15 LOSLASSEN

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Was würde es brauchen, um im täglichen Leben mehr Freude, weniger Stress und mehr Zufriedenheit zu haben? Die Antwort ist vielleicht einfach nur: loslassen.

von John Strelecky

Die Vorstellung, unser Leben in eine neue, positive Richtung zu bewegen, geht üblicherweise mit Übungen einher, welche uns dabei helfen herauszufinden, was wir unserem Dasein neu hinzufügen werden. Das kann sehr wirksam sein. Gleichermaßen wirksam und oft übersehen wird jedoch, unser Augenmerk darauf zu legen, was wir künftig nicht mehr in unserem Leben haben wollen.

In diesen drei Bereichen kann Loslassen dir helfen, ein außergewöhnliches Leben zu führen.

#1. Besitztümer

Alles hat Energie. Alles ist Energie. Das ist wissenschaftlich bewiesen. Physisches ist in Wirklichkeit eine Ansammlung von Molekülen, welche wiederum eine Ansammlung von Atomen sind, welche eine Ansammlung von Protonen, Neutronen und Elektronen sind und jede Menge leerem Raum. Die Art und Weise, in welcher diese angeordnet sind, ist dafür verantwortlich, dass Objekte/Gegenstände verschieden aussehen und sich unterschiedlich anfühlen. Wie diese in unserem Leben angeordnet sind, kann also auch verursachen, dass wir uns anders fühlen. Denn sie sind ja letztendlich Energie.

Wir fühlen diese Energie. Wenn wir einen Raum betreten, welcher vollgestopft ist mit Gegenständen und überfüllt mit Unordnung ist, wie fühlst du dich dann? Auch wenn du es nicht in Worte fassen kannst, spürst du dann eine Art Spannung? Beklemmung?

Ist dir schon einmal aufgefallen, dass Geschäfte, welche Möbel und Dekorationsartikel verkaufen, keine unordentlichen, überfüllten Räume und Schränke haben? Warum? Weil Spannung und Beklemmung dazu führt, dass Menschen sich unwohl fühlen. Davor wollen sie fliehen, nicht mehr davon kaufen.

Wenn wir diese Erkenntnis auf unser Leben anwenden, kann das zu großen Belohnungen führen. Denn wenn wir unserer Umgebung gestatten, in uns Spannung, Stress, Unwohlsein hervorzurufen, versetzen wir uns in einen permanenten Zustand des Fliehen-Wollens. Und ständig das Gefühl zu haben, dass wir vor unserem Leben davon laufen möchten, ist höchst unzuträglich mit dem Führen eines großartigen Lebens.

Es gibt viele verschiedene Strategien, wie wir uns von Besitztümern trennen können. Ich mag es einfach, deshalb hier zwei, welche sehr leicht umzusetzen sind. Sie sollten gemeinsam gemacht werden. Ihr werdet gleich erkennen warum.  

maaS Magazin No. 15 LOSLASSEN

Nicht noch mehr!

Die erste Strategie ist, es als persönlichen Standard einzuführen, dass, wenn etwas Neues in dein Haus kommt, im Gegenzug dafür etwas raus muss. Ich habe dies das erste Mal angewandt, als meine Tochter noch sehr klein war. Unabhängig davon wie viele Geschenke sie erhielt, am Tag nach Weihnachten war sie dafür verantwortlich, ihre alten Spielsachen durchzusehen und die gleiche Menge zu finden, wie sie erhalten hat, um diese folglich zu spenden.

Wenn du eine ähnliche Praxis in deinem Leben implementierst, stellst du sicher, dass jegliches Gerümpel, das du bereits hast, sich nicht vermehrt.

Überfluss minimieren

Die Strategienummer zwei wird dir helfen, bestehenden Überfluss zu eliminieren. Sie ist auch sehr einfach umzusetzen. Beginne heute: Finde zwei Dinge und werde sie los. Es kann alles sein. Kleidung, ein altes Magazin, ein paar Schuhe, welche du schon seit zwei Jahren nicht getragen hast. Wähle zwei Dinge und werde sie los. Spende sie, wenn du möchtest. Recycle sie. Wirf sie weg. Gib sie jemandem. Ganz egal was davon, aber sie müssen das Haus verlassen und können nicht einfach vorübergehend in eine Garage, einem Keller oder einem anderen Zimmer eingelagert werden.

Am Tag danach und an allen weiterfolgenden 90 Tagen finde täglich zwei Dinge, die du los werden möchtest.

Es ist ein unglaublich befreiender Prozess. Schränke sind ein toller Ort, um damit zu beginnen, denn fast jeder hat Kleidungsstücke, welche er niemals anzieht, aber auch nicht entsorgt. Darüber hinaus sind Kleiderschränke ein gutes Barometer für unser gesamtes Leben. Ein Kleiderschrank, in dem Platz ist, gehört üblicherweise jemandem, in dessen Leben auch Platz ist. Platz zum Denken, zum Lesen ... kontemplieren, erschaffen, wachsen, lernen, teilen … Leben wie diese sind meist ruhig, entspannt und freier von Spannungen.

Wenn diese 90 Tage vorüber sind, kannst du entweder weitermachen oder einfach die ganz neue Offenheit und den Raum in deinem Leben genießen.

#2 Nicht-förderliche Überzeugungen

Eines der großartigsten, kleinen persönlichen Spiele, das du spielen kannst, ist, deine Überzeugungen anzuzweifeln und jene, welche dich nicht unterstützen, loszulassen. Es ist wahrlich verblüffend, wie wenige unserer Überzeugungen von Reflektion, Kontemplation oder Bewertung von Wirklichkeiten, welche wir persönlich erfahren haben, stammen.

Die meisten unserer Überzeugungen kommen von dem, was andere Menschen uns gesagt haben, zumeist als wir noch sehr klein waren. Der Rest stammt vorwiegend von dem, was wir in Filmen und Fernsehsendungen gesehen oder in Büchern gelesen haben. Fernsehen und Filme verzerren die Realität oft sehr, denn das Ziel dieser Art von Unterhaltung ist es, Spannung aufzubauen und wieder abzubauen. Dieser Adrenalinkick macht Unterhaltung unterhaltsam. Um das zu erreichen, müssen jedoch extreme Verhältnisse von Realitäten geschaffen werden, damit ein Zuseher in nur sehr kurzer Zeit eine starke emotionale Reaktion erfahren kann. Das führt oft dazu, dass wir Überzeugungen übernehmen, welche nicht auf dem echten Leben basieren.

Der Prozess, unsere Überzeugungen anzuzweifeln, ist sehr einfach. Beobachte einfach deine Gedanken, wenn du das nächste Mal zu etwas Stellung beziehst, und frage dich, warum du so denkst, wie du denkst. Mit einem nicht-beurteilenden, rein neugierigen Bewusstseinszustand grabe tief genug, bis du dir wirklich erklären kannst, woher du diese Überzeugung hast.

Wenn du einmal so weit bist, dann frag dich doch, ob du das wirklich glaubst. Du wirst überrascht sein, wie oft die Antwort darauf „nein“ oder zumindest „ich bin mir nicht sicher“ ist.

Sobald du Übung darin hast, beginne dir Notizen darüber zu machen, über jene Überzeugungen, welche nicht förderlich für dich sind. Es könnten Überzeugungen über Geld, Beziehungen, einen beruflichen Wechsel oder gar eine neue Karriere oder dessen, was du in der Lage zu tun bist, sein. Wenn du dabei bist, sie zu bewerten, lasse jene los, welche nicht wahr sind. Insbesondere jene, welche dich nicht dabei unterstützen, das Leben zu leben, welches du möchtest.

#3. Menschen

Jede Minute, welche du mit negativer Energie verbracht hast, ist eine Minute, welche du in positiver Energie hättest verbringen können. Und wenn diese Minuten einmal verbracht sind, bekommst du sie nicht wieder. Niemals. Unter keinen Umständen. Egal wie sehr du dir es wünschst und wieviel Geld du hast. Es ist nicht möglich.

Das bedeutet, desto schneller du nicht-unterstützende, negative Menschen in deinem Leben verabschiedest, desto mehr Freude, weniger Stress und größere Zufriedenheit wirst du haben. Als Minimum endest du mit mehr Zeit für dich, das bedeutet, dass du wenigstens die negative Energie losgeworden bist. Oder besser, du füllst den verfügbaren Platz nun mit Menschen, welche fürsorglich, positiv und unterstützend sind und bist von wundervoller Energie umgeben.

Es ist wichtig, sich beim Loslassen von negativen Menschen darüber bewusst zu sein, dass, wenn dein Leben mit negativen Menschen gefüllt ist, du sie nicht einfach weiterhin in deinem Leben lassen kannst in dem Glauben, dass du einfach Positives hinzufügen kannst. Das wäre dann so, also würdest du gesunden Saft in ein Glas schütten, welches bereits voll mit giftigen Chemikalien ist. Es wäre einfach kein Platz mehr darin für den gesunden Saft. Er würde nicht mehr hineinpassen. Egal, wie sehr du es dir herbeisehnst und wünschst, es wäre unmöglich. Wenn du Positives in deinem Leben möchtest, dann musst du zu allererst das Negative loslassen, damit Platz für das Positive frei wird.

Das trifft auf all unsere Beziehungen zu – Familie, Freunde, Arbeitskollegen.

Uns selbst zu erlauben loszulassen, ist eines der größten Geschenke, welches wir uns machen können. Entwickle deine eigene Version davon und genieße all die großartigen Dinge, die sich dann für dich ergeben werden.

John P. Strelecky ist der Autor des Nr. 1 Bestsellers »Das Café am Rande der
Welt« und der »Big Five for Life« Buchreihe. Um mehr über seine Werke
und das Entdecken der Liebe am Leben zu erfahren, kannst du Seminare
besuchen. Mehr Informationen unter www.jsandfriends.com
 
Dieser Text ist ein Auszug aus maaS No. 15 LOSLASSEN.

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