Loslassen, um gesund zu werden

Loslassen
Edgar Zimmermann / Andrea Michaelis
29 Nov 2019
Loslassen, um gesund zu werden aus maaS No. 15 LOSLASSEN von Edgar Zimmermann und Andrea Michaelis

pixabay

Wenn es doch so einfach wäre …

Viele Krankheitsursachen stecken tief im Unterbewusstsein fest.

Negative Gedanken und Gefühle können sich körperlich auswirken und sich dort als Krankheitsursachen festsetzen. Je traumatischer das unverarbeitete Erlebnis ist und je länger man daran festhält, desto schwerwiegender sind die Auswirkungen auf körperlicher Ebene. In vielen Fällen sind dann Methoden des geistigen Heilens sehr wirkungsvoll. Im Interview spricht der Geistheiler Edgar Zimmermann über die Bedeutsamkeit des Loslassens für unser körperliches und geistiges Heil.

Wie wird man Geistheiler?

Geistheiler zu sein, bedeutet die Verpflichtung, jedem Menschen zu helfen, der um Hilfe bittet und dem man mit seinen Fähigkeiten helfen kann. Geistheiler ist man meiner Ansicht nach von Geburt an. Man wird mit einer heilenden Gabe geboren. Bei mir sind es die heilenden Hände, eine gewisse seherische Fähigkeit und Aurafühligkeit. Meiner Meinung nach bekommt man diese Dinge mit und kann sie nicht erlernen. Es gibt Menschen, die über Osteopathie, Therapeutic Touch oder Ähnliches, Menschen helfen können. Bei mir ist es etwas anderes. Bei mir fließt Energie, die von außen kommt, durch mich hindurch und die kann ich unstrukturiert oder strukturiert an Patienten übermitteln.

Was tun Sie als Geistheiler beim Heilen?

Zu Beginn sehe ich mir das Energiesystem eines Menschen an, das nichts mit Akkupunkturmeridianen oder sonstigen Energiebahnen am Körper zu tun hat. Es handelt sich um das Chakrensystem mit seinen sieben zentralen Energieknotenpunkten. An ihnen kann ich erkennen, wo sich Blockaden befinden und sich etwas gegen den Energiefluss sperrt. Das bringe ich zuerst wieder zum Fließen, damit die Lebensenergie, die unten am Wurzelchakra eintritt, wieder ungehindert durch den Menschen strömen kann. Bei meiner Methode ist das die Grundvoraussetzung – und da kann ich nur für mich sprechen – damit ich an das geistige System eines Menschen herankomme. Dann spüre ich mit meinen Händen, wo ich sie auflegen muss. Das hat auf den kranken Menschen meist eine sehr wohltuende Wirkung. Manche verspüren ein Kribbeln an den Gliedmaßen, manche fangen an zu weinen, weil sich dabei einiges löst. Die Energie fließt. Sie tritt bei mir gerade umgekehrt ein, also am Scheitelchakra, und teilt sich an meinem Nacken in rechts und links auf, wo sich der verlängerte Hirnstamm, die Medulla Oblongata, befindet und fließt dann über beide Hände. Durch Gedanken kann ich auf diese Energie Strukturen aufbringen.

Was macht uns Menschen krank? Worin sehen Sie die häufigsten Krankheitsursachen?

Der Geist bedingt die Materie und genauso bedingt der Geist die Psyche. Er bedingt einen gesunden oder einen kranken Körper. Es heißt nicht umsonst: mens sana in corpore sano – ein gesunder Geist in einem gesunden Körper. Das gilt natürlich auch umgekehrt: Ein kranker Geist in einem kranken Körper. Krankheitsursachen sind meiner Überzeugung nach zum größten Teil psychisch bedingt. Unser Unterbewusstsein vergisst nie und gestaltet den Körper nach dem, was ihm von Überbewusstsein oder Psyche vermittelt wird. In den meisten Fällen haben Krankheiten, vor allem chronische Krankheiten wie Multiple Sklerose oder auch Krebs, psychische Ursachen. Man kann natürlich sagen, einen Schnupfen kriegt jeder. Das stimmt aber auch nicht. Einen Schnupfen bekommt nicht jeder, sondern derjenige, der durch seine Psyche sein Immunsystem herabsetzt.

Sind das die legendären Blockaden, über die in der alternativen Medizin immer wieder gesprochen wird?

So kann man es auch nennen. Blockade – der Begriff ist etwas abgedroschen. Er bedeutet im Prinzip nur, dass etwas behindert oder abgeschnitten wird. Etwas fließt nicht richtig. Man kann die psychischen Ursachen natürlich auch als psychische Blockaden bezeichnen. Es sind traumatische Dinge, die geschehen sind und solche Blockaden verursachen.

maaS Magazin No. 15 LOSLASSEN

Loslassen – was verstehen Sie darunter? Bedeutet Loslassen zwangsweise, jedes Unrecht und jede Verletzung zu verzeihen?

Loslassen ist zu einer Art Schlagwort geworden. Es ist leicht gesagt: „Lass mal los!“ Das geht nicht. In 99% der Fälle geht es mit dem Loslassen so nicht. Nehmen wir einmal an, Sie wurden in der Schule für etwas bestraft, was Sie nicht getan haben. Diese Kränkung durch den Lehrer oder die Lehrerin verfolgt Sie Ihr Leben lang und die Bilder tauchen immer wieder in Ihrem Geist auf. Sie sind verkrampft und haben irgendwelche Störungen deswegen. Da kann ich nicht nur sagen: „Ich lass das jetzt los!“ Das geht nicht. Dafür ist ein Verarbeitungsprozess notwendig. Man muss sich ganz tief mit der Sache auseinandersetzen.

Wie verhalten sich Loslassen und Verzeihen Ihrer Meinung nach zueinander?

Zuerst muss man sich selbst verzeihen. Das ist das Wichtigste. Bevor ich einem anderen verzeihen kann, muss ich mir selbst eine Entschuldigung und eine Verzeihung gewähren, damit ich überhaupt frei bin, anderen Menschen zu verzeihen. Solange ich noch einen Groll wegen einer Sache in mir habe, kann ich niemand anderem vergeben.

Loslassen und Verzeihen gehören zusammen, wobei das alleinige Verzeihen noch lange nicht Loslassen bedeutet. Verzeihen heißt, man sagt: „Es ist passiert, ich vergebe es. Es ist besser, wir kommen wieder in Frieden miteinander aus.“ Damit haben Sie es aber noch lange nicht losgelassen. Es ist immer noch in Ihrem Inneren und immer noch ist das Problem virulent. Man kann es nicht einfach abstreifen.

Wie kommt man an die tief sitzenden Themen heran?

Loslassen ist ein Prozess und geht meist nur entweder über Tiefenhypnose oder über andere Techniken, mit denen man den Schmerz auch aus dem Unterbewusstsein entfernt. Da liegt das Problem. Im Überbewusstsein, da ärgert man sich, wird wütend oder redet böse und denkt negativ. Das Unterbewusstsein macht das alles viel kühler. Es ist, als ob Sie einen Computer programmieren, der dann dieses Problem ganz einfach speichert wie ein Programm und dieses Programm spult das Unterbewusstsein immer wieder ab. Da können Sie machen, was Sie wollen, da kommen Sie nicht ran. Sie können zu Ihrem Unterbewusstsein zehnmal sagen: „Liebes Unterbewusstsein, lass das los!“ Es lässt nicht los. Man muss diese ganzen Dinge auch im Unterbewusstsein löschen und dafür gibt es verschiedene Techniken. Ich wende auch eine Technik an, damit das Unterbewusstsein sagt: „Gut, die Geschichte ist vorbei! Die Ohrfeige, die ich zu Unrecht bekommen habe, die ist jetzt gelöscht aus meinem Programm.“ Erst dann hat man es losgelassen. Vorher nicht.

Im Internet finden sich zahlreiche Rezepte „Loslassen leicht gemacht in zwei, drei oder vier Schritten!“ Was halten Sie davon?

Ich halte von so etwas nichts, weil es einer intensiven Arbeit mit dem Unterbewusstsein bedingt. Loslassen leicht gemacht – das geht nicht. Wäre es so leicht, hätte man das Problem erst gar nicht. Ich hatte schon gestandene Männer in Tränen auf der Liege, die über Ungerechtigkeiten in der Jugend mit siebzig Jahren noch nicht hinweggekommen sind. Auch wenn Sie zweihundert Stunden irgendwelche tibetischen Mantras singen oder Rosenkränze in Massen beten, ist die Sache nicht erledigt. Es geht nur über die unterbewusste Schiene.

Gibt es für Sie so etwas wie einen Königsweg, um sich von seinen negativen Erfahrungen aus diesem und vorherigen Leben zu befreien?

Der Königsweg für mich ist die Arbeit über das Unterbewusstsein. Negative Erfahrungen aus vorherigen Leben – das ist etwas, wofür der Raum in diesem Gespräch nicht reicht. Es ist ein riesiges Thema, dass man aus seinen Vorleben – die es meiner Überzeugung nach gibt – Störungen, Schädigungen oder Schuld mitbringt, die man abzuarbeiten hat oder die einen krank machen. Das ist eine ganz andere Arbeit und hochkompliziert. Mein Rat: Wer sich damit nicht auskennt, sollte die Finger davon lassen!

Ist ein Mensch denkbar, der durch und durch gesund ist?

Natürlich, solche durch und durch gesunden Menschen gibt es auch, die mit ihren eigenen Zähnen im Mund mit sechsundneunzig sterben, weil sie sagen: „Jetzt habe ich keine Lust mehr!“ Das gibt es bestimmt, aber es ist die Ausnahme. Die meisten Menschen haben irgendwelche Probleme, die sie nicht losgelassen haben, die noch virulent sind und sie krank machen.

Wie gehen Sie konkret vor, wenn jemand mit einem tief im Unterbewusstsein verankerten Thema zu Ihnen kommt?

Meine Herangehensweisen und Therapieformen sind völlig individuell bei jedem Menschen, der zu mir kommt. Dafür gibt es kein Schema F. Es kommen Menschen, die ganz genau wissen, wo ihr Problem liegt. Sie kennen die Ursache, wissen aber einfach nicht, wie sie es loslassen sollen. Loslassen ist eigentlich nicht der richtige Ausdruck, denn sie halten es fest. Im Grunde genommen muss man nichts loslassen, sondern das Festhalten auflösen. Die gemeinsame Arbeit daran verläuft bei mir bei jedem Menschen anders. Bei dieser Arbeit werde ich oft das Gefühl nicht los, geführt zu werden. Ich mache das nicht aus eigener Initiative, sondern meine Hände gehen dahin, wo sie hin müssen. Es ist vollkommen individuell.

Gibt es etwas, das Sie zur Vorbeugung empfehlen können?

Von Bert Hellinger, einem bekannten Psychotherapeuten, der das systemische Familienstellen erarbeitet hat, stammt ein hervorragender Satz: „Anerkennen, was ist!“ Wenn die geliebte Lebenspartnerin stirbt, nützt es Ihnen nichts, wenn Sie zwanzig Tage lang weinen und sich fragen: „Mein Gott, warum muss mir das passieren?“ Man muss es anerkennen und sagen. „Sie ist jetzt weg. Sie ist weg und es ist so.“ Anerkennen, was ist! Damit lässt sich sehr viel Festhalten verhindern. Oft halten wir Dinge fest, die mit starken Gefühlen verbunden sind – Tränen, Hass, Neid, Eifersucht. Wir halten daran fest und versuchen dann, es wieder loszulassen. Halten wir es erst gar nicht fest, müssen wir es hinterher nicht loslassen. Der eigentliche Königsweg, die eigentliche Königstherapie, wäre nicht das Loslassen, sondern das Nicht-Festhalten.

Das Interview führte Andrea Michaelis.

Der Heiler und die Bienen von Edgar Zimmermann und Andrea Michaelis

Edgar Zimmermann (1954) lernte Orgelbauer und war viele Jahre als Organist, Kirchenmusiker und Dirigent tätig. Das Orgelspielen begleitet ihn bis heute. Er übte in seinem Leben unterschiedliche Tätigkeiten im Management und im Handwerk aus. Mit der Gabe des Heilens wurde er geboren. In Hohenlohe eröffnete er seine Praxis für Geomantie und Heilen. Er hält Seminare und Vorträge über die Grundlagen des Heilseins, Techniken des Heilens und über die Bienen und den artgerechten Umgang mit ihnen. 

www.geomantie-heilen.de

Dieser Text ist ein Auszug aus maaS No. 15 LOSLASSEN.

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