Loslassen - Das Wichtigste in Kürze

Loslassen
Anita Maas
13 Nov 2019
maaS No. 15 Themenmagazin Loslassen

Wenn es doch so einfach wäre …

Liebe Leserinnen, liebe Leser!

„Lass doch mal los!“ Dieser gut gemeinte Rat ist gar nicht so einfach umzusetzen. Wir wollen uns an etwas festhalten und wenn es unser Untergang ist! Alles scheint besser, als etwas Vertrautes gehen zu lassen und die nachfolgende Leere auszuhalten. Dabei könnte etwas Neues, Besseres in unser Leben kommen! Es entsteht viel Leid dadurch, dass wir uns dem Lauf des Lebens entgegenstellen. Wenn man es genau nimmt, bedeutet leben immer wieder loslassen. Denn wenn das Gefäß randvoll gefüllt ist, kann nichts Neues, Frisches dazukommen. Es stagniert.

Loslassen ist ein weites Feld. Fangen wir mal mit dem Einfachsten an:

Stufe 1: Besitztümer

Überflüssige Dinge verstopfen Schubladen, Schränke und Wohnung und werden zu einer Belastung. Wie wohltuend wirken sich dagegen leere Räume aus! Du atmest auf, spürst die Klarheit in dir und kommst auf neue Ideen. Was brauchst du wirklich, um zufrieden zu sein? Weniger ist oft mehr – und schont auch noch die Umwelt.

Stufe 2: Erwartungen

Wie viel leichter wird das Leben, wenn du von dir und anderen nichts erwartest? Statt fixiert auf etwas zu sein, bist du entspannt und gelassen im Augenblick. Das entlässt dich und dein ganzes Umfeld aus einem immensen Druck. Nichts muss, alles kann! Etwas aufzugeben bedeutet nicht, dass du gescheitert bist. Nein, du lässt etwas gehen, was dir nicht mehr dient, und ziehst weiter.

Stufe 3: Beziehungen

Das ist die schwierigste aller Loslass-Übungen – Menschen in Frieden ziehen zu lassen und ihnen zu vergeben, was auch immer sie dir angetan haben. Wenn du aufhörst, am Schmerz festzuhalten, können alte Verletzungen endlich heilen. Zu vergeben ist ein sehr tiefgehender und zugleich befreiender Prozess. Denn es kommt allein dir zugute, wenn sich der Groll auflöst und Platz für Freude entsteht.

Im Übrigen können wir nichts, überhaupt nichts festhalten, auch wenn wir es noch so gerne möchten. Die Zeit vergeht, Minute für Minute, und nichts bleibt, wie es ist. Wir können uns nur darin üben, uns dem Fluss des Lebens hinzugeben und zu genießen.

Wenn du merkst, dass du gerade doch wieder zu sehr festhältst, dann hilft eine bewährte Sofortmaßnahme: ausatmen, immer wieder bewusst ausatmen. Schon wird der Druck auf den Schultern weniger, die Gesichtszüge entspannen sich und alles wird leicht ...

Anita Maas

Im November 2019

Die Leseprobe zum neuen Magazin "Leben heißt Veränderung" von Bärbel Wardetzki kannst du dir hier herunterladen.

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