Liebe Leserin, lieber Leser

Gefühl und Verstand
Anita Maas
6 Nov 2017
Anita Maas, Herausgeberin des maaS Magazins

Charlotte Fischer

Vorwort zu maaS No. 7 'Gefühl und Verstand'

Liebe Leserin, lieber Leser,

es gibt jede Menge zu tun, wie immer, aber ich merke deutlich, dass mir ein paar Tage Auszeit und Luftveränderung gerade jetzt sehr gut tun würden. Also fahre ich einfach eine Woche weg und lasse allen Druck weitestgehend hinter mir. Noch vor einem halben Jahr hätte ich lange Für und Wider in meinem Kopf bewegt und vermutlich hätte die Vernunft anders entschieden.

Was ist schon richtig und was falsch – kann man das im Nachhinein überhaupt beurteilen? Und wird eine Entscheidung dadurch richtiger, dass man lange über sie nachdenkt? Die Qual der Wahl macht uns das Leben manchmal schwer und wir stecken förmlich fest zwischen all den Möglichkeiten. Wer in solchen Situationen Rat bei anderen sucht, erhält oft die weise Antwort „Du musst auf dein Herz hören!“ Aber wie geht das? Viele Menschen wünschen sich eine starke Intuition, der sie vertrauen können, ein sicheres Gefühl, das ihre Entscheidungen untermauert. Diese leise Stimme des Herzens hat jeder, aber wenn das Geräusch drumherum so laut ist, können wir sie nicht mehr hören. Und leider lässt sie sich auch nicht unter Druck herbeizaubern.

Die Samurai treffen nach sieben tiefen Atemzügen eine Entscheidung mit einem klaren Geist. Dann bleiben sie dabei und stellen die Entscheidung nicht gleich wieder in Frage! Sollte sie sich wirklich als falsch herausstellen, treffen sie eben eine neue Entscheidung. Bloß nicht stehenbleiben, sonst entscheiden andere über dein Leben oder es läuft einfach an dir vorbei und du spielst nicht mit.

Auf den ersten Impuls zu achten, kann man regelrecht trainieren. Jeder Tag liefert hundertfach die Gelegenheit, die Signale des Körpers bewusst wahrzunehmen: Fühle ich mich wohl oder unwohl? Bin ich entspannt oder verspannt? Kribbelt oder drückt es im Bauch? Zaubert es mir ein Lächeln oder ein  Stirnrunzeln ins Gesicht? Aber Achtung: Gefühle sind manchmal auch tückisch und können uns auf eine falsche Fährte führen, wenn Angst und Konditionierungen aus gemachten Erfahrungen die Stimme des Herzens übertönen. Bei allem Gefühl sollte man natürlich nicht den Verstand verlieren und kopflos durch das Leben irren. Wir müssen nur die Rollen klären: Wer führt und wer setzt um? Einstein sagte dazu: „Der intuitive Geist ist ein heiliges Geschenk und der rationale Verstand ein treuer Diener.“

Wenn gar nichts mehr geht, das Chaos im Kopf alles zum Stillstand gebracht hat und wir im Blindflug unterwegs sind, dann bewirkt eine kleine Auszeit wahre Wunder. Irgendwann taucht sie wieder auf, die Stimme deines Herzens, und führt dich sicher in ein glückliches, zufriedenes und erfolgreiches Leben.

Anita Maas, im November 2017

 

Vorwort zur Ausgabe maaS No. 7 'Gefühl und Verstand'