Katja, 43 Jahre, Schamanin

Lebenswege
Katja
19 Jan 2016
Katja Schamanin

Katja

Ich dachte immer, mit mir stimmt was nicht. Ab 29 ungefähr, durch meinen eigenen Heilweg habe ich begriffen, dass das zu was gut ist, dass es eine Gabe ist, spürig zu sein, Dinge zu sehen, auch wenn es das alltägliche Leben manchmal schwer macht. Aber ich muss nicht mich verändern sondern Bedingungen schaffen, in denen ich sein darf wie ich bin.

Heute bin ich mein eigener Chef, ich mache eine Arbeit, die mich erfüllt und anderen hilft, ich kann einen Hund haben und viel draußen sein. Mein Mann und ich teilen uns die Praxis und die Lebenseinstellung/Werte. Ich bin dankbar, aber es gibt immer ein Maß an Unzufriedenheit, dass ich aber als Motor betrachte: Da geht noch mehr.

Da wo ich herkomme, spielte Intellekt und Bildung und Politik eine wichtige Rolle. Es ging viel ums Funktionieren. Viele emotionale Blockaden, Kälte, Entwurzelung. Ich habe in mehreren Schritten mein Leben verändert. Immer war der Auslöser, dass ich unglücklich war, es satt hatte, mich falsch zu fühlen. Und mit 29 die Erinnerung an den Missbrauch, der stattgefunden hat in der Kindheit.

Es ist nicht mein Ziel, am Ziel angekommen zu sein, das stelle ich mir langweilig vor.  Für die Zukunft wünsche ich mir noch mehr Gelassenheit mit mir selbst, nie stehen zu bleiben, nie aufzuhören, neugierig zu sein.

Ich bin Perfektionistin. Also habe ich immer wieder mal Sorge, nicht gut genug zu sein. Es ist eine gute Gegenmaßnahme zu Stolz und Überheblichkeit. Es taucht oft ganz unerwartet auf und am meisten hilft mir, raus zu gehen in den Wald.

Auf meinem Weg gab es jede Menge Widerstände von außen, die üblichen Bedenken, die andere Menschen haben, wenn man selbst etwas verändert, was sie sich nicht trauen. Aber es kam immer die richtige Unterstützung, der richtige Hinweis im richtigen Moment. Ich habe einfach Schritt für Schritt gemacht und auf meinen Bauch gehört. Viele Menschen sind den Weg dann nicht mitgegangen. Unterstützt haben mich mein Mann, neue Freunde, mein Glaube an etwas Größeres, ganzheitliche Heilweisen und Helfer. Losgelassen habe ich viele alte Existenzängste, viele Kontrollmuster, viele Abhängigkeiten, auch ganz praktisch von Menschen, die nur bremsen oder Essgewohnheiten - alles was mir nicht gut tut, fliegt raus.

Mit Geld sollte man umgehen wie mit einem lebendigem Wesen: Je besser die Beziehung, desto lieber kommt es zu einem. Es ist für mich ein Zeichen von Fülle und im Fluss sein, ich mag Geld, weil es mir vieles ermöglicht, aber ich brauche keine Statussymbole, um mich besser zu fühlen. Ein Zeichen für Erfolg ist für mich, dass ich mich gut, gesund und richtig fühle.