Jeder Einzelne ist wichtig

Ich und Gemeinschaft
Catharina Roland / Anita Maas
12 Dez 2016
Catharina Roland, Filmregisseurin des Films AWAKE! Eine Reise ins Erwachen

Catharina Roland

Interview mit Catharina Roland, Regisseurin des Films  „Awake – Ein Reiseführer ins Erwachen“ (2012)

Catherina Roland ist um die Welt gereist, um Wissenschaftler, Visionäre und spirituelle Lehrer danach zu befragen, wer wir Menschen wirklich sind und wie wir in dieses Bewusst-Sein erwachen können.

Was beschäftigt dich gerade?

Ich arbeite gerade an einer Fortsetzung meines Films „Awake – Ein Reiseführer ins Erwachen“ mit dem Titel „Awake2Paradise“. Ich stelle mir diesmal die Frage, warum wir Menschen die einzigen Lebewesen sind, die sich bewusst aus der Balance des Ökosystems Erde herausgenommen haben und durch unser Verhalten nicht nur unser eigenes Überleben und das unserer Nachkommen gefährden, sondern auch das unzähliger Arten. Viele davon haben wir sogar schon ausgerottet. Wir leben auf einem wundervollen Planeten! Geht es nicht eher darum, das Paradies wieder hier zu entdecken und zu manifestieren statt auf den Mars zu ziehen? Wohin auch immer wir reisen oder ziehen - unsere Probleme nehmen wir mit.

Für mich liegt die Ursache unserer Probleme darin, dass wir uns mit unserem Verstand identifiziert haben, mit individuellen Glaubenssätzen und kollektiven Programmen, die von Generation zu Generation weitergegeben werden und die uns weismachen wollen, dass wir immer mehr brauchen, um glücklich zu sein, dass wir einander bekämpfen müssen, dass wir voneinander getrennte, einsame Wesen sind usw. Unser Verstand ist immer mit der Vergangenheit oder Zukunft beschäftigt, aber niemals im Wunder des Momentes HIER UND JETZT. Er nimmt quasi die Referenzen, die Erfahrungen der Vergangenheit und projiziert diese in die Zukunft. Ich vergleiche diese alten Programmierungen gerne mit einer Brille, durch die wir in die Welt schauen, und die uns nur sehen lässt, was diese alte „Software“ uns vorgibt. Wollen wir aber ins Jetzt kommen – den einzigen Moment, den es wirklich gibt, den Moment, in dem unser Leben stattfindet – dann sollten wir diese Brille abnehmen und beginnen, uns mit der Intelligenz unseres Herzens zu verbinden, wieder zu fühlen lernen, uns selbst, einander und allen Wesen mit Mitgefühl zu begegnen. Dann werden wir es schaffen, wieder in Freude zu leben und ein Paradies auf Erden zu erschaffen.

Was gibt dir Hoffnung?

Im Moment findet eine riesig große Bewegung des Erwachens statt. Dank der Quantenphysik wissen wir, dass wir alle durch ein kollektives Bewusstseinsfeld miteinander verbunden sind. Wenn ich also zum Beispiel eine „Schattenarbeit“ mache, d. h. einen unterbewussten Persönlichkeitsaspekt ans Licht hole, wenn ich dankbar bin, wenn ich liebevoll handle, wenn ich an meinem Bewusstsein arbeite, dann hat dies durch dieses Feld einen Einfluss auf alle Menschen. Es geht also nicht nur um das, was wir im Außen tun, indem wir bewusster konsumieren, auf Bio-Märkten regionale Produkte einkaufen oder beginnen, Energie zu sparen. Auch die unsichtbaren, scheinbar kleinen Dinge, bewirken viel im kollektiven Feld. Und so hat die intensive Bewusstseins-Bewegung der letzten Jahrzehnte von einigen Wenigen vorbereitet, dass jetzt ein kollektiver Sprung in ein neues Bewusstsein möglich ist.

Was verstehst du unter neuem Bewusstsein?

Bewusstsein heißt für mich zu erkennen, dass wir alle miteinander verbunden sind, dass wir alle ein Teil des göttlichen Bewusstseins sind, der als Individuum hier auf der Erde Erfahrungen macht. Bewusst SEIN bedeutet für mich also, aus der kollektiven Trance der Identifikation mit dem Verstand zu erwachen und zu lernen, was es bedeutet, Mensch zu sein.

(Vorschlag:) Eine uralte indische Parabel vergleicht das Sein des Menschen mit einer Kutschenfahrt. Der Kutscher ist unser Verstand, die Kutsche unser Körper, die Pferde unsere Instinkte, Gefühle und Emotionen, unsere 5 Sinne. In der Kutsche sitzt der Fahrgast - unsere Seele, die als einzige unseren Weg kennt, weiß, wohin wir reisen sollten, um zu wachsen, zu heilen, uns zu erinnern; sie kennt den Weg ins Paradies. Das Dilemma des Mensch-Seins kann also so aussehen: Die Kutsche ist seit Jahren verwahrlost, die Pferde stürmen jedes in eine andere Richtung, der Kutscher ist betrunken, weiß nicht,     wohin er will, er hat seinen Fahrgast vergessen. Im Prozess des Bewusst-Werdens geht es also darum, dass wir lernen, auf unseren „Fahrgast“, unsere Seele, zu hören. Dabei können wir entdecken, dass unser Körper und unsere Gefühle Botschafter unserer Seele sind. Viele von uns haben selbst schon erfahren, dass eine Krankheit uns immer etwas mitteilen will, uns aufzeigt, wenn unser Verstand mit dem tiefen Wissen unserer Seele nicht in Harmonie ist.

Für mich ist das ganze Leben eine große Übungsmatte. Jeder Moment hält ein großes Geschenk für uns bereit. Von jeder Begegnung kann ich etwas lernen, auch von den schmerzhaften. Jeder Streit, jeder Ärger, alles, womit ich im Widerstand bin, zeigt mir einen Schatten, den ich ins Licht holen kann und somit immer vollständiger werde. 

Weiterlesen in maaS no. 4 "Ich und Gemeinschaft".

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