Geld als Währung

Geld und Glück
Susanne Sperlich
28 Jun 2017
Währung, Geld und Glück, Maas magazin No. 6, Susanne Sperlich

Susanne Sperlich

Macht Geld glücklich?

Würdet ihr mich das fragen, dann wäre meine Antwort ein glattes Ja. Ist das nicht zu platt, fragt sich jetzt vielleicht mancher. Keineswegs, so meine ich.

Mit Geld bezahlen wir das, was wir benötigen, was wir uns leisten wollen. Das ist nichts Neues, sondern ein Stück unserer menschlichen Kultur. Berichtet wird darüber schon im frühen Mittelalter, allerdings funktionierte das Bezahlen lange Zeit fast ausschließlich über einen reinen Tauschhandel. Von den Germanen liest man in römischen Kaufmannsberichten, dass sie in Stück Vieh bezahlten, die Tuareg bezahlen noch heute größere Anschaffungen mit Kamelen. Alternativ erfanden Menschen Tauschgeld: In Papua-Neuguinea beispielsweise werden Muscheln vom Strand aufgefädelt und als Währung verwendet, noch heute.

Geld, so wie wir es in unserer Kultur kennen, gab es aber schon zu Zeiten der Römer. Sie waren mit die ersten, die das Münzwesen einführten. Sesterzen, Dukaten, Batzen, Pfund, Thaler, Heller und Pfennig waren die ersten Münzen in Gebieten des heutigen Europas aus Kupfer, Bronze, Silber, manchmal Gold. Das Britische Pfund bringt es somit auf das stolze Alter von 1200 Jahren als noch immer „lebendige“ Währung.

Die Münzen setzten sich schnell durch: Römische Geschichtsschreiber berichten in ihren Aufzeichnungen, dass die Germanen sofort erkannten, dass ein Rindviech als Währung aufwendiger zu transportieren ist, als eine Handvoll Münzen in der Geldkatze.

Hatte man allerdings viele Taler in der Tasche, wogen diese schwer. Marco Polo brachte den Europäern die ersten Geldscheine aus China mit, die dort schon seit dem 9. Jahrhundert aktives und leichtes Zahlungsmittel waren. Aber es dauerte noch rund 200 Jahre, bis die Spanier als erste Nation Papiergeld salonfähig machten.

All das ist Menschheitsgeschichte: Wir geben etwas für ein Ding, eine Dienstleistung, wir bezahlen mit einer Währung, die der Zeit und dem Land entspricht. Ich finde das gut. Mein Verhältnis zu Geld ist positiv. Was viel oder wenig Geld ist, die Frage stellt sich mir nicht. Frage einen Afrikaner am Rande der Existenz – für ihn bin ich steinreich. Frage einen Millionär – für ihn bin ich ein armes Würstchen. Euros sind unsere aktuelle Tauschwährung, es ist etwas, was ich benötige: Ich gebe es gerne aus, ich nehme es gerne an.

Irgendwann stellten wir uns in einer unserer festen Malgruppe die Frage: Könnte es denn noch schöner sein, mit Geld umzugehen, wenn es anders aussähe? Wenn es nicht nur einen monetären Wert hätte, sondern auch gute Energie verbreitet, weil es genau diese ausstrahlt? Und wie genau müsste für jeden von uns dann solch ein mit Freude angereichertes Geld aussehen?

Schnell waren wir uns einig: Papiergeld ist prima. Es ist leicht, gut zu transportieren, wunderschön zu gestalten, sogar recycelbar. Aber die Form, die wäre noch wandelbar. Als nächstes ging es an die Farben, an die Ausstrahlung, an die Worte, die darauf stehen.

So erfanden wir einen Tag lang Geld. Manches wurde verworfen, einiges blieb, z.B. die Affirmationen auf den Scheinen oder die Idee, Banknoten als zerschnittenes Puzzle zu designen. So könnte man mit dem Geld sogar spielen. Wären die Banknoten größer, so könnten ganze Bilder darauf Platz nehmen. Und gäbe es doch einige Münzen, so könnten sie andere Namen bekommen, Mondtaler zum Beispiel mit ab- und zunehmendem Wert.

Die Freude am Geld wuchs an diesem Tag. Ein Tauschmittel zu kreieren, das Glück erzeugt, fühlte sich zutiefst natürlich an. Uns wurde klar: Nicht Geld macht unglücklich, nicht diese Banknote, diese Münze, sondern der Umgang damit sorgt für Glück oder Unglück.

Wahrhaftig schrecklich schien uns nur der Gedanke, kein Geld zu besitzen und damit vom Handel ausgeschlossen zu sein. 25 Millionen Afrikaner erleben genau dieses Dilemma: Sie können kein Tauschmittel anbieten. Und verhungern. Einfach so. Es sei denn, das Geld findet seinen Weg dorthin, wo es helfen kann, und das zu tun, steht uns allen frei. Wir können unser Geld dahin bewegen, wo wir wünschen, dass es seinen Dienst tut.

Die Frage, die Du Dir nun selber stellen kannst, ist ganz einfach:

Wie müsste mein Geld aussehen, damit es mich glücklich macht, wenn ich es in den Händen halte?

Hast Du Lust, mitzumachen? Mit zu zaubern? Willst Du Dein eigener Notenbankchef werden?

Dann schnappen Dir Familie und Freunde und legt los. Machen Euch einen bunten Nachmittag und verändert die Welt mit Euren wegweisenden Ideen einer neuen, ganz anderen Währung. 

Susanne Sperlich, Geld und Glück, maaS magazin No. 6

von Susanne Sperlich

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