Finde heraus, was dir Spaß macht

Berufung
Anita Maas
28 Okt 2015
Mann am Wasser

Finde heraus, was dir Spaß macht, und tue es! Klingt ganz banal, aber so einfach ist es nicht. Wo kämen wir auch hin, wenn jeder einfach das täte, was ihm Spaß macht :). Aus all den Erzählungen habe ich herausgefunden, dass Berufung nicht plötzlich vom Himmel fällt. Meistens dauert der Prozess Jahre und verläuft in Stufen.

Stufe 1: Du wirst unruhig

Du hast was Vernünftiges gelernt und einen guten Job. Die KollegInnen sind nett, das Einkommen stimmt. Du fährst zweimal im Jahr in Urlaub und freust dich drauf, wie alle anderen auch. Alles ganz normal. Aber es macht sich eine Unruhe breit ausgelöst von der Frage "Was ich mache ich hier eigentlich?". Ja, ist das wirklich schon alles, was das Leben für mich vorgesehen hat? Wie wird es mir gehen, wenn ich am Ende des Lebens zurückblicke? Bereue ich, dass ich nicht "mehr" mit meinem Leben angefangen habe? Freue ich mich schon auf die Rente, weil ich dann endlich machen kann, was ich möchte?
Diese Phase kann lange dauern, manchmal lebenslang.

Stufe 2: Deine innere Stimme finden

Du machst dich aktiv auf die Suche nach deiner Berufung, schaust in alle Ecken, die das Leben dir bietet und suchst deine Berufung. Was macht dir Spaß? Was lässt dein Herz hüpfen? Oh Schreck, ich fühle mein Herz gar nicht. Gibt es überhaupt etwas, dass mich zum Klingen bringt wie die Saite einer Harfe? Du bleibst dran, findest Beschäftigungen in deiner Freizeit, die dir so gut tun, dass du langsam wieder ins Leben zurück kommst, dich wieder spürst. Aber davon kann man doch nicht leben! Oder doch? Darf man, mit dem, was man gern macht, seinen Lebensunterhalt verdienen? Sind das nicht alles Idealisten und Spinner? Aussteiger? Sei geduldig und habe Vertrauen, dein Weg wird sich herauskristallisieren, wenn du nur an dich glaubst und deine Aufmerksamkeit darauf richtest.

Stufe 3: Den Glauben an dich stärken

Du weißt, was du wirklich willst, was deine Talente sind und wie du sie in dein Berufsleben integrieren könntest. Aber es packen dich Zweifel. Kann ich das schaffen? Ist es wirklich das Richtige? Ich müsste dafür etwas anderes aufgeben, Sicherheiten, Freundschaften, meinen bisherigen grauen aber doch vertrauten Alltag. Mit ganz viel Kraft schiebt man die Kugel der Berufung einen Berg hinauf, hat sich alles zurecht gelegt, wie es laufen könnte, sich darauf gefreut, dafür gebangt, dafür gekämpft. Es fehlt nicht mehr viel, nur noch ein bisschen und die Kugel ist über den Berg und kommt ins Rollen. Das ist ein sehr labiler Zustand, geprägt von der Angst vor der eigenen Courage. Viele brechen hier noch ab und suchen lieber aufs Neue. Wende den Blick jetzt nicht ab, lass die Hand an deiner Kugel und schiebe sie sanft über den Berg …

Stufe 4: Du bist erfolgreich

Du glaubst an dich und deinen Traum und lässt ihn dir nicht von anderen zerstören, die ihren noch nicht einmal gesucht haben. Du weißt, dass du gar nicht allein von deiner Berufung leben musst. Du gehst es einfach an, Schritt für Schritt, machst immer mehr das was deiner Berufung entspricht, immer weniger von dem, was man landläufig „Brotjob“ nennt. Du kriegst kein „Schmerzensgeld“ am Ende des Monats, sondern öffnest dich dem Energiefluss. Du bist in deinem Element, der Erfolg ist dir sicher.