Erfolg gibt's nur im Plural

Ich und Gemeinschaft
Ulrike Bergmann
10 Feb 2017
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Was Support-Teams so erfolgreich macht

Als ich vor 25 Jahren den Entschluss fasste, mich auf den Weg in die Selbstständigkeit zu machen, ahnte ich nicht, dass ein Thema zentrale Bedeutung für mein Leben und mein Business gewinnen würde: Unterstützungsgruppen jeglicher Couleur.

Damals war ich noch in einem internationalen Unternehmen tätig und erlebte dort in der täglichen Arbeit oft die tiefere Bedeutung von Sprüchen wie „TEAM = Toll, ein anderer macht‘s“. In den folgenden Jahren war es mein Glück, dass ich schon bald auf etwas stieß, was so anders war als diese Erfahrungen. Im Rückblick ist mir klar geworden, dass ich ohne ein Unterstützungs-Team an meiner Seite niemals in der Selbstständigkeit erfolgreich geworden wäre.

Nach meinem Ausscheiden aus dem Unternehmen ging ich für einige Zeit in die USA und lernte dort „Success-Teams“ kennen. Hierbei handelt es sich um kleine persönliche Netzwerke, in denen sich Menschen gegenseitig darin unterstützen, ihre individuellen Ziele zu erreichen. Anders als in den erwähnten klassischen Teams arbeitet hier jedes Mitglied am eigenen Vorhaben und ist dafür verantwortlich, dieses voranzubringen. Die Gruppe motiviert, gibt Impulse und hält bei der Stange. Auf diese Weise lassen sich Motivationslöcher ebenso überwinden wie das vielzitierte „Köcheln in der eigenen Suppe“.

Unter Gleichgesinnten entstehen Erfolge schneller und einfacher

Nach meiner Rückkehr im Sommer 1995 habe ich ein neues Team gesucht, weil ich diese besondere Form der Unterstützung nicht mehr missen wollte. Ich wählte den schlichten Titel „Erfolgsteam“, denn ich hatte erlebt, dass in einer Gemeinschaft Gleichgesinnter Erfolg tatsächlich schneller und einfacher entsteht.

Für viele angehende Selbstständige ist die Teilnahme an einer Unterstützungsgruppe der einzige Garant dafür, dass sie in ihrer Selbstständigkeit erfolgreich werden.

Solo-UnternehmerInnen sind ihrer Natur nach als Einzelkämpfer unterwegs – und scheitern aus persönlichen Gründen oft genau daran. Mit dem Schritt in die Selbstständigkeit sind sie plötzlich für alles alleine zuständig und verantwortlich. Zumindest am Anfang ihres Weges ist niemand (mehr) da, der Aufgaben übernehmen kann. Zu neuen Ideen erhalten sie wenig bis keine Rückmeldungen und beginnen irgendwann, an sich selber zu zweifeln. Daher suchen sie nach Möglichkeiten, aus dem Dilemma des Solo-Daseins auszubrechen: Einerseits wollen sie alleine selbstständig sein und genießen die damit verbundene Freiheit. Andererseits brauchen sie den Austausch mit anderen, um wirklich erfolgreich zu werden. Da helfen Unterstützungsgruppen, die es heute in vielfältigen Varianten gibt.

Selbst organisiert oder begleitet – je nach Vorliebe

In selbstorganisierten Formen wie Erfolgsteams oder Mastermind-Gruppen wird mancherorts ein oder mehrere Kennenlern- oder Einstiegstreffen angeboten. Darin beschnuppert man sich unter Anleitung und legt das eigene Vorhaben fest, ehe man sich für die Fortsetzung entscheidet und das Team auf eigene Faust weitermacht. In diese Kategorie fallen auch die weiteren Formen wie kollegiale Beratung oder Intervisionsgruppen, die ausschließlich im beruflichen Kontext eingesetzt werden.

Wer sich eine professionelle Begleitung wünscht, ist in einer angeleiteten Gruppe besser aufgehoben. Die Angebote reichen hier von punktuell genutzten Supervisionsgruppen (vor allem im sozialen Bereich), in denen es um die Verwirklichung von persönlichen Vorhaben geht, bis zu Coachinggruppen, die einen fachlichen Schwerpunkt haben oder einem spezifischen Thema dienen. Darüber hinaus gibt es viele Mischformen.

Was Unterstützungsgruppen so erfolgreich macht

Es geht in diesen Gruppen nicht um ein gemeinsames Ziel, zu dem jeder seinen Teil zum Erfolg beizutragen hat. Stattdessen stehen vielfältige persönliche Vorhaben im Mittelpunkt. Das lässt viel Freiraum, im eigenen Tempo voranzugehen, und ermöglicht, neue Erfahrungen zu machen. Jeder kann Dinge ausprobieren und gegebenenfalls damit scheitern. Das ist keine Schmach, sondern bietet die Möglichkeit, voneinander und miteinander zu lernen. Auf der anderen Seite entsteht aus dem unterschwelligen Gruppendruck der nötige Ansporn, immer wieder Schritte zu unternehmen, diese mit den anderen zu teilen und die Ergebnisse zu reflektieren.

Wenn die Gruppe von der Zusammensetzung her passt, entsteht eine Art geschützte Zone, in der sich alle frei austauschen können. Hier haben auch Ängste und Zweifel ihren Platz. Sie können offen angesprochen werden, ohne dafür bewertet oder beurteilt zu werden. In der Gruppe wirkt jeder als ein Spiegel für den anderen. Fragen, die eine Person beschäftigen, haben auch andere oder sie werden von diesen beantwortet. Damit steigt die Lernkurve schnell an, denn eine Erfahrung, die andere schon gemacht haben, braucht man selber nicht zu wiederholen. Das spart Kraft, Zeit und Energie. Wer bereits an einem Erfolgsteam oder einer Coachinggruppe teilgenommen hat, weiß, wovon André Heller hier spricht:

„Wenn einer träumt, bleibt es ein Traum. Wenn viele träumen, ist es der Anfang einer neuen Wirklichkeit.“

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Magazin maaS No. 4 Ich und Gemeinschaft

Ulrike Bergmann Mut Macherin Team Support Coaching

Ulrike Bergmann

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