Der Weg zum Frieden

Frideen
Robert Betz
6 Nov 2018
Der Weg zum Frieden von Robert Betz aus  maaS Magazin No. 11 Frieden

i-stock

Willst du Brandstifter sein oder Friedensstifter?
Der Weg zum Frieden in einer unfriedlichen Welt

von Robert Betz

Viele Menschen, vielleicht die meisten, wünschen sich eine andere Welt, in der Menschen anders miteinander umgehen: respektvoll, wertschätzend und liebevoll. Was aber kann jeder von uns zu dieser Wunsch-Welt beitragen? Wie kann sie entstehen? Glaubst du persönlich an das: „Wir schaffen das!“? Ich möchte dazu ermutigen.

Die Frage „Wer willst du sein in dieser bisher so unfriedlichen Welt?“ beantwortet jeder von uns jeden Tag, jede Stunde, jede Minute mit seinen Gedanken, Worten und Handlungen. Wenn du denkst, du seiest für Frieden und gegen den Krieg, dann nimm dir die Zeit, um innezuhalten und prüfe die Frage: Bin ich selbst mit den Menschen meines Umfelds im Frieden? Mit meinem Chef, meiner Kollegin oder dem Nachbarn? Liebe ich meinen Nächsten? Oder gar schon meine ‚Feinde‘? Und bin ich im Frieden mit meiner eigenen Vergangenheit und besonders mit den Schlüsselpersonen meiner Kindheit und Jugend, meinen Eltern und meinen Geschwistern? Und eine noch entscheidendere Frage: BIN ICH IM FRIEDEN MIT MIR SELBST UND MEINEM BISHERIGEN LEBEN?

Die Welt im Außen ist ein Spiegel

Wer sich eine Welt des Friedens wünscht, der darf sich mutig und ehrlich diesen Fragen stellen. Denn kaum jemand kann sie wahrhaftig mit einem klaren „JA“ beantworten. Die Welt im Außen – ob auf der Weltbühne oder in deiner Firma, an deinem Arbeitsplatz – ist ein Spiegel des inneren Zustands aller Menschen in diesem Bereich und in ihrer Innenwelt. Frieden entsteht nicht in den Köpfen von Politikern, sondern in den Herzen und Handlungen derjenigen, die sie wählen. Nicht nur bei den Wahlen wählen wir sie. Sondern an jedem Tag rufen wir sie auf die Bühnen der Welt als ‚Führungskräfte‘ und ‚Meinungsmacher‘ in unseren Parteien, Firmen, Verbänden und Familien – durch unser Bewusstsein. Und die Schreihälse, die Hetzer, Angstmacher und Brandstifter haben gerade Konjunktur. Sie sind das Megafon derjenigen, die mit sich selbst und ihrem Leben im Unfrieden sind, die ihr Herz verschlossen haben für die Liebe, für Mitgefühl, Respekt, Achtung, für die das Verurteilen, die Schulderklärung und das ‚Opfer spielen‘ zur Gewohnheit geworden ist.

In dieser Zeit der großen Transformation, der größten Veränderung in Erde und Menschheit, wird ein neues Zeitalter geboren, in dem die Menschen ihre Allverbundenheit und ihre Gleichwertigkeit erkennen und leben werden. Das mögen die Zweifler bezweifeln und die Spötter verspotten. Es wirkt jetzt eine Kraft auf dieser Erde, die größer ist als alles, was wir uns vorstellen können. Sie heißt LIEBE. Und sie kommt nicht ‚lieb‘ und sanft daher, sondern machtvoll, klärend und aufdeckend. Sie deckt jetzt all das auf, was nicht in der Liebe ist und nicht der Wahrheit der Liebe entspricht. Und das sowohl auf den großen Bühnen wie auf der kleinen Bühne jedes einzelnen Menschen. Das, was sich wandeln darf, muss sich zunächst in aller Deutlichkeit zeigen. Darum schlagen die Wellen der Gefühle zurzeit hoch.

 maaS No. 11 FRIEDEN

Welchen Weg wählst du?

Diese Kraft der Transformation fragt und prüft jetzt jeden von uns: „Wohin gehst du jetzt, Mensch? Welchen Weg wählst du jetzt – bewusst oder unbewusst? Wählst du den Frieden oder den Krieg, willst du Brandstifter oder Friedensstifter sein in deiner Welt? Willst du deine Schöpfer-Verantwortung für deinen eigenen Unfrieden, für deine Angst, deinen Ärger, deine Ohnmacht, deinen Neid und deine Eifersucht übernehmen oder willst du weiter anklagen, jammern und verurteilen? Und JEDER wählt jetzt, ob er den Weg in ein neues Zeitalter des Friedens mitgehen und mitgestalten will. Das ist eine Frage der ENTSCHEIDUNG. Und du kannst dich nicht nicht entscheiden. Entweder du entscheidest dich bewusst oder unbewusst für die Liebe oder für die Angst, aber du entscheidest dich immer.

Stelle dich deinen Ängsten

Es sind unsere Ängste, die wir von Kindheit an erzeugt und übernommen haben von unseren Eltern und vom Massenbewusstsein: Die Angst, nicht genug Aufmerksamkeit und Liebe von anderen zu erhalten, die Angst, es nicht zu schaffen und zu scheitern, die Angst, verlassen, enttäuscht oder verletzt zu werden und vieles mehr. Wer sich Frieden wünscht, darf anfangen, sich seinen Ängsten zu stellen und lernen, sie mit Liebe zu durchfühlen. Angst ist der Ort, wo noch etwas nicht geliebt wird, ähnlich wie die Dunkelheit, wo das Licht noch nicht hingekommen ist. Und Angst macht uns eng in unserem Denken, führt zum Gefühl der Ohnmacht und Hilflosigkeit und diese wiederum erzeugen Unzufriedenheit und Wut. Genau diese kochen jetzt hoch und machen anfällig für jene Schreihälse, die Ausgrenzung und Gewalt predigen. Das hatten wir in Deutschland schon einmal vor 85 Jahren und jetzt darf sich zeigen, ob wir in der Zwischenzeit etwas gelernt haben, ob wir reifer geworden sind für eine Gemeinschaft des Friedens.

Frieden ist nicht die Abwesenheit von Krieg

Gegen Konflikte und Krieg zu sein, sorgt noch nicht für Frieden. Und Frieden ist nicht einfach die Abwesenheit von Krieg, genauso wie die Abwesenheit von Krankheit noch keine wirkliche Gesundheit darstellt. Auf die Frage „Was willst du wirklich in deinem Leben?“ antworten neun von zehn Menschen damit, was sie alles nicht wollen. Jedoch kaum jemand kann klipp und klar die Frage beantworten, wozu er wirklich am Morgen aufsteht, was ihm das Wichtigste ist in diesen wenigen Jahrzehnten in diesem Körper. Mangelzustände abzuwehren oder zu vermeiden, erschafft noch lange kein erfülltes Leben in großer Freude.

Wieviel UnzuFRIEDENheit steckt in dir?

Wer sich Frieden auf der Welt wünscht, darf mutig und wahrhaftig anschauen, wie viel Unfrieden und Unzufriedenheit in ihm selbst stecken samt Gefühlen wie Ärger, Gram, Groll, Ohnmacht und Wut. Menschen, die wütend sind auf sich selbst und unzufrieden mit ihrem bisherigen Leben, dürfen ihre eigene Schöpferverantwortung dafür übernehmen und erkennen: „Ja, ich selbst habe das so erschaffen mit meinen mich selbst und andere verurteilenden Gedanken, die meine Gefühle ständig genährt haben.“ Sie dürfen Stück für Stück lernen, ihre Schuldprojektionen zurückzunehmen und aus dem Bewusstsein eines die Welt und die Personen ihres Umfelds anklagenden Opfers auszusteigen. Es bedeutet konkret, das enttäuschte, verlassene und verletzte Kind in uns selbst kennenzulernen, den inneren Richter, Antreiber und Perfektionisten, durch die wir uns das Leben so schwer und konflikthaft gestalten.

Die transformierende Kraft der Liebe

Die Kraft, die all das und damit unser Bewusstsein zu einem friedliebenden und Frieden erzeugenden wandelt, das heißt transformiert, heißt LIEBE. Nur mit Liebe zu uns selbst und zu jenem Kind in uns sind wir in der Lage zu verstehen, wie wir dahin kamen, wo wir heute stehen mit unseren Burnouts und Süchten, mit unserem Krach mit Nachbarn und Geschwistern, mit dem Gefühl der Leere und oft Sinnlosigkeit in unserer Arbeit. Diese Welt erscheint vielen zurzeit wie ein Kindergarten voller Kinder, die sich das Leben gegenseitig schwer machen. Solange wir dieses eigene innere Kind nicht an die Hand nehmen und unser Herz für es öffnen, solange wird sich in unserer Welt wenig ändern.

Das heißt, eine neue Welt des Friedens und des gegenseitigen Verstehens, Annehmens und Liebens entsteht in jedem von uns selbst. Er wird nicht plötzlich von oben über uns kommen. Was jedoch von ‚oben‘ und von ‚unten‘ kommt und jetzt immer stärker auf jeden von uns einwirkt, ist die Kraft einer sich stetig erhöhenden Schwingung aus dem Kosmos wie aus Mutter Erde. Und diese Kraft heißt Liebe und sagt: „Ich bin jetzt da und ich biete jedem, der sich für mich – für das Lieben, das Vergeben und das sich mit mir Verbinden –  entscheidet, meine allergrößte Unterstützung an, sich selbst aus einem alten Bewusstsein des trennenden, verurteilenden Denkens hinauszukatapultieren, aus einem dunklen Zeitalter der Angst in ein neues Zeitalter der Liebe.

Jeder von uns wählt also in dieser Zeit – bewusst oder unbewusst – wohin sein Weg in diesen Jahren gehen wird. Und die Auswirkung dieser Wahl wird jeder erfahren und sehen können.

Dieser Artikel ist ein Auszug aus maaS No. 11 FRIEDEN

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