Darum geht es

Geld uns Glück
Anita Maas
15 Jun 2017
Geld und Glück maas Magazin Impulse für ein erfülltes Leben

Vorwort zu maaS Magazin No. 6 Geld und Glück

Der See liegt glatt, ab und zu springt ein Fisch aus dem Wasser, eine Amsel kommt zum Baden ans flache Ufer, ein Entenpärchen dreht seine abendliche Runde bevor es am Ufer die Schnäbel in die Federn steckt. Den ganzen Tag bin ich durch den Wald gestreift und in die lebendige Fülle von hochgewachsenen Bäumen, mit Moos und Farn überwachsenen Felsen und klaren Bächen eingetaucht: Das macht mich glücklich - und hat kein Geld gekostet.

Kann Geld überhaupt glücklich machen? Wer zu wenig davon hat, meint, es gäbe da einen Zusammenhang. Aber wer bestimmt dieses „zu wenig“? Es gibt immer jemanden, der mehr hat. Die vielen verlockenden Angebote um uns herum preisen das Glück an, aber machen uns eher unglücklich. Es gibt immer etwas, das wir uns nicht leisten können. Wenn wir es dann endlich haben, ist das Glück nicht von Dauer. Zu diesem Schluss kommt auch die Glücksforschung. Und doch setzen so viele Menschen - in unserer Kultur - auf das falsche Pferd und laufen ein Leben lang dem schnöden Mammon nach auf der Suche nach dem Glück, vergeblich.

Natürlich müssen die Grundbedürfnisse ausreichend befriedigt sein und es ist eine ideale Ausgangsbasis für das eigene Glück, wenn man finanziell im gesellschaftlichen Mittelfeld schwimmt. Geld ist heute als Tauschmittel auch ein Ausdruck für unsere Beziehungen: Wenn Geld fließt, stehen wir mit anderen in Verbindung. Es ist eine Form der Wertschätzung uns selbst und anderen gegenüber: wir geben Geld aus und gönnen damit uns und anderen etwas. Aber genauso darf Geld als Ausdruck eines achtsamen Umgangs damit auch mal gespart werden. Der bewusste Umgang mit Geld, ohne Gier und ohne Geiz, ohne Ablehnung und ohne Fokussierung darauf, gehört für mich zu einem erfüllten Leben – ebenso wie das Glück.

Aber Glück kann man nicht kaufen. Glück ist etwas ganz zerbrechliches, zartes, flüchtiges. Es entwischt sehr schnell und will immerzu neu entdeckt werden. In jedem Augenblick. Es ist eine Frage der Achtsamkeit und der Dankbarkeit diese Glücksmomente zu erkennen und sie jeden Abend wie Perlen an einer Schnur aufzureihen: den Kaffee mit Freunden im Garten, das Mau-Mau-Spiel mit meiner Tochter und einem Überraschungsgast, das Vogelkonzert bei Sonnenaufgang und der Blick auf den stillen See.