Ab in die Wildnis

Natur und Umwelt
Anita
4 Nov 2015
Wald Natur Umwelt, See, Grün, Erholung

Die Menschen leben in Wohnungen, in Städten, fahren mit der Bahn oder dem Auto, arbeiten überwiegend in Büros und Fabriken. Da ist es kein Wunder, dass sie sich von der Natur entfremdet haben. Die Erde, das Wasser und sogar die Luft und die Sonne werden als Ressourcen betrachtet und dementsprechend genutzt. Wir kommen mit Gesetzen, also eigentlich Verboten, zum Schutze des Klimas, der Meere und der Umwelt allgemein nicht grundlegend weiter, meint Charles Eisenstein (Philosoph und Mitbegründer der Occupy-Bewegung). Er vertritt in seinem Buch "Oekonomie der Verbundenheit" die Meinung, dass wir Menschen ein anderes Gefühl für die Natur entwickeln müssen, nämlich eines der Verbundenheit. Dann entsteht automatisch eine Empathie, die Gesetze zum Schutz der Erde überflüssig macht. Im stark industriell geprägten Ruhrgebiet bin ich auf ein Schild in einem Naherholungsgebiet gestoßen, dass Menschen zwar als Durchgänger auf den Wegen akzeptiert, aber größtenteils darauf bedacht ist, die kleinen Stücke intakter Natur vor dem Menschen zu bewahren. Aus gutem Grund, denn trotz aufgestellter Mülltonnen für die unsäglichen Berge von Verpackungen, die ein Grillabend mit sich bringt, drohte das Naturschutzgebiet zur Müllhalde zu werden. Ist das die Lösung, Naturschutzgebiete zu deklarieren, die dem Menschen unzugänglich sind? Wie stellt man es an, dass Menschen sich wieder rücksichtsvoll in der Natur bewegen?

Naturschutz Naherholungsgebiet Zelten Baden Fußballspielen verbote

Wildnisschulen und Wildniscamps sprießen aus dem Boden. Da kann man inmitten der ungezähmten Natur übernachten, Pilze und Beeren sammeln, Rehe und Wildschweine beobachten, Wasser aus klaren Bächen trinken und Vögel an ihrem Gesang erkennen. Und natürlich Feuer machen mit Zunderschwämmen und Birkenrinde. Wer eine Woche die Ruhe genossen, den Duft geatmet, die Schönheit gesehen und die Verbundenheit gespürt hat, wirft so schnell keine Dosen mehr in die Landschaft und hält auch andere davon ab, sich respektlos zu verhalten gegenüber unserer großen Mutter. Und das ist nicht nur für Kinder und Jugendliche interessant, sondern bringt auch so manchen ausgebrannten Manager zurück zu sich selbst. Indem wir in die unberührte Natur eintauchen und uns als Teil des Ganzen fühlen, werden wir wieder heil.

Natürlich geht es auch einfacher: jeden Tag ein Spaziergang ohne Handy und Kopfhörer in der Natur mit offenen Augen, Ohren und Nase verändert schon ganz viel. Wohl dem, der einen Hund hat ;). Und am besten findet man noch einen Baum als Freund, den man täglich umarmen kann.

Schreib deine Meinung an post@animaa-verlag.de: Was bringt dich zurück zur Natur? Gibt es ein Ritual, mit dem du dich mit der Natur verbindest? Wie erlebst du die belebte Natur? Was tut dir gut? Findest du, dass man in Naturschutzgebieten, die Natur vor dem Menschen schützen muss?

Informationsquellen:

http://www.elementar-erfahrungen.de/Startseite.startseite-wildnisschule.0.html
http://www.wildniscamp.de/
http://cm.wildnistraining.de/?page_id=56
http://www.saarforst-saarland.de/waldpaedagogik-mainmenu-259/wildniscamp-im-qurwald-vor-den-toren-der-stadtq-mainmenu-155
http://www.wildniswandern.de/jugend/familiencamp-in-freier-natur-familien-wildnis-camp.html
http://www.wildnisschule-schoenholz.de/ferien-wildniscamp.html