Zuviel Stress auf der Arbeit?

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Wächst dir die Arbeit manchmal über den Kopf? Lasten zu viele Entscheidungen und zu viel Verantwortung auf dir? Überlegst du manchmal alles hinzuschmeißen und dir einen neuen Arbeitsplatz zu suchen? Dazu gibt es eine Alternative. Denn es kommt nicht nur darauf an, was wir tun, sondern vor allem wie. Beruf und Berufung sind oft nicht so weit auseinander wie wir glauben.

Im Hamsterrad unseres Berufslebens bemühen wir uns oft, durch rein rationales Denken und Handeln die Kontrolle über das Geschehen zu erlangen. Oft genug tritt jedoch das Gegenteil ein: Durch rein rationales Tun entstehen noch mehr Aufgaben, durch rein rationales Handeln entsteht noch mehr Handlungsbedarf, durch rein rationales Denken entstehen immer noch mehr Gedanken, durch rein rationale Kontrolle wächst der Kontrollbedarf immer weiter. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis uns das Leben entgleitet, bis wir krank oder leistungsunfähig werden, bis hin zum Burnout.

Manche Menschen haben nicht den Mut, das zu tun, was sie spüren und für richtig halten. Oder Sie hören sich erst gar nicht zu, da sie meinen, nicht die nötige Kompetenz zu haben. Und so frage ich gestandene Menschen im Beruf bis auf höchster Ebene, ob sie nicht langsam von der inneren Haltung des Lehrlings und Zuschauers Abstand nehmen und zu ihrem eigenen Lehrer werden wollen. Zu einem Lehrer, der auf seine eigene Weisheit hört. Wir wissen meistens sehr genau, was gut und was schlecht für uns ist, was unsere eigentliche Aufgabe wäre und was nicht.

Achtsamkeit ist der Schlüssel zu einer vollkommen anderen Erfahrungs-, Handlungs- und Bewusstseinsebene, bei der ich auf meine innere Führung vertraue. Das kann man lernen.

„Achtsamkeit ist das Wunder, mit dessen Hilfe wir Herr unserer selbst werden und uns erneuern können. Stellt euch zum Beispiel einen Zauberer vor: einen Zauberer, der seinen Körper in viele Stücke zerschneidet und jeden Teil in eine andere Richtung legt – die Hände in den Süden, die Arme in den Osten, die Beine in den Norden. Dann lässt er mit Hilfe von Zauberkräften einen Schrei ertönen, der alle Teile seines Körpers wieder zusammenholt. So wirkt Achtsamkeit. Sie ist das Wunder, das auf einen Schlag unseren zerstreuten Geist zurückrufen kann und ihn wieder ganz werden lässt, so dass wir jede Minute unser Leben leben können.“  (Thich Nhat Hanh)

In der Achtsamkeit bin ich vollkommen präsent. Ich erlebe ganz den gegenwärtigen Augenblick, ohne willentlich die Zukunft zu planen oder in der Vergangenheit zu verweilen. Allein das Beobachten hat eine wundersame Kraft.

Ich beobachte mich dabei, wie ich z. B. unruhig oder lethargisch bin, mich schwer oder leicht fühle, gut oder schlecht, traurig oder glücklich, konzentriert oder zerstreut, angespannt oder entspannt, Schmerzen habe oder mich leicht fühle. Ich kann beobachten, wie meine Gedanken mich forttragen, wie ich abschweife oder mich meine Gefühle überwältigen oder ich im Gegenteil überhaupt nichts fühle. Vielleicht habe ich keine Lust, bin träge und mir fehlt die Energie oder die zündende Idee. Vielleicht bin ich in einer unangenehmen Situation, in der ich nicht sein möchte oder habe so viel zu tun, dass es kaum noch zu schaffen ist. Mag sein, dass ich nicht von dem überzeugt bin, was ich tue oder dass mich heimlich der Gedanke quält, anderen Menschen zu schaden statt zu nützen. Oder vielleicht ist all das zum Dauerzustand geworden, aus dem es kein Entrinnen mehr zu geben scheint. Die Erlösung daraus: Ich darf es einfach nur wahrnehmen.

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Gregor Wilbers