Ich bin dann mal weg

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Im siebten Jahr sollst du ruhen, so hieß es schon in der Tora. In Zeiten des Burnouts und der Generation Y  ist das „Sabbatical“ wieder in Mode gekommen. Eine längere Auszeit schont die Gesundheit, fördert die Kreativität und ermöglicht, lang ersehnte Wünsche zu erfüllen. Unterm Strich ist es für Arbeitnehmer und Arbeitgeber ein Gewinn.

Ursprünglich diente das Sabbatjahr dazu, den Ackerboden zu schonen. Es wurde nichts angebaut, so dass Pflanzen, Tiere und die Erde sich während der Zeit der Brache erholen konnten. Auch Sklaven sollten nicht länger beschäftigt, sondern freigelassen werden. So steht es in der Tora beschrieben, dem ersten Teil des Tanach, der hebräischen Bibel und der Hauptquelle des jüdischen Rechts. Das Innehalten oder zur Ruhe kommen besteht seit hunderten Jahren als religiöses Gebot und ist in allen Teilen unserer Gesellschaft ein weit verbreiteter Aspekt.

Heute bezeichnet das Sabbatjahr oder auch "Sabbatical" eine berufliche Auszeit für Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen für einen bestimmten Zeitraum nicht regelmäßig arbeiten, sondern ihre Zeit anders nutzen wollen. Im Hochschulbereich ist es schon seit jeher Tradition zeitlich begrenzt zu Forschungszwecken oder zur Weiterbildung aus dem Lehrberuf auszusteigen und sich anderen Zielen, insbesondere der Forschung, zu widmen. Heute bieten flexible Arbeitszeitmodelle für Beamte und Angestellte im öffentlichen Dienst in allen Bundesländern Deutschlands diese Auszeiten tariflich festgelegt an. Dazu gibt es unterschiedliche Bezahlmodelle, die frei wählbar sind und in den einzelnen Bundesländern leicht variieren.

In der freien Wirtschaft ist das Sabbatjahr dagegen noch keine Selbstverständlichkeit. Bisher wird es nur von großen Unternehmen vertraglich angeboten oder eben auf Verhandlungsbasis nach Initiative durch den Arbeitnehmer. Verfahren wird aber überall ähnlich: Über einen Zeitraum von mehren Jahren spart der Arbeitnehmer während der Arbeitszeit Geld an, das er dann während des Sabbatjahres ausgezahlt bekommt. Dabei verzichtet er quasi auf einen Teil seines Einkommens, um diesen später zu erhalten. Das dient dem Zweck, auch während des Sabbatjahres sozial versichert und abgesichert zu sein. Arbeitet jemand zum Beispiel 4 Jahre für 75% seines vollen Gehalts, besteht die Möglichkeit sich diese 75% auch während eines Sabbatjahres im 5. Jahr auszahlen zu lassen. Die Auszeit wird vertraglich vereinbart und zeitlich festgeschrieben.

Die Gründe, warum Menschen sich für ein Sabbatjahr entscheiden, sind oft sehr unterschiedlich, führen jedoch meistens auf einen gemeinsamen Nenner hin. Dieser umfasst das Gefühl von pausieren oder Halt machen, sich neu ausrichten, orientieren oder einfach nur Kraft sammeln. Auch zur Vorbeugung von Erschöpfungszuständen oder Krankheiten ist das Sabbatjahr als Auszeit angesehen. Viele Menschen wollen mehr Zeit für ihre Familie oder den eigenen Akku aufladen. Statistisch gesehen sind das die Hauptgründe für diese lange Freizeit.

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Juliane Wothe