Ingenieurin trifft Schamanismus

Baum Meditation Umarmung

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Es ist beinahe zehn Jahre her, da landete ich in einem abgefahrenen Seminarhaus in der Eifel, in der zwei "Tanten" Familienaufstellungen und schamanische Seminare anboten. Das Haus hatte einen eigenen Touch und einige schamanische Gegenstände, die herumstanden, unterstrichen diesen. Das zahlreiche, lebhafte Volk, das hier verkehrte passte eins zu eins hierher. Kurz: Die Ingenieurin in mir war entsetzt! Was ich erlebte, kam einem Kulturschock gleich. Ich hielt aber durch und profitierte auch durch meine erste Familienaufstellung. Danach fanden  Teile von mir  Gefallen an dem Haus und der Arbeit, die hier getan wurde. 

Ich weiß nicht mehr wie oft oder wenig oft ich wiedergekommen bin, bis ein Teil von mir den Wunsch äußerte, an der schamanischen Jahresgruppe des Hauses teilzunehmen. Die Ingenieurin in mir war strikt gegen diesen Nischen-Hokuspokus. Ein anderer Teil in mir war jedoch sehr sehnsüchtig. Diese Zerrissenheit kannte ich sehr gut von mir und ich empfand sie als anstrengend. Meine inneren Dialoge raubten mir die Kraft und ich hatte dabei auch das Gefühl, nicht die richtige Wahl getroffen zu haben solange meine Entscheidungen immer noch innere Dialoge nach sich zogen. Konnte ich denn niemals etwas finden, das meines war? 100 prozentig Meines, ohne Einwände? 

Der sehnsüchtige Teil in mir setzte sich durch und ich nahm am Einführungswochenende der schamanischen Jahresgruppe teil. Was ich nicht wusste war, dass man am Ende des ersten Wochenendes nicht selbst entscheidet, ob man den Rest des Jahres weitermacht oder nicht. Das entscheidet ein Baum. Wie bitte? Jawohl! Man geht alleine in die Natur, sucht sich nach Anleitung seinen Baum aus, verbindet sich mit ihm und stellt dann die Frage. Dann antwortet der Baum. Die Antwort kann in jeder Weise sinnlich sein, hellwissend, ein Gefühl oder sich im Außen manifestieren.  

Also, ehrlich gesagt, mir war das Recht. Ich hätte mich sowieso schwergetan zu entscheiden, so zerrissen wie ich war. Und offen gesprochen, bin ich mit voller Ladung losgestapft. "So, Baum!", ging ich bereits ins Zwiegespräch, noch bevor ich meinen Baum gefunden hatte. "Wenn du das hier lösen kannst, wenn du hier eine klare Antwort finden kannst, eine mit der alle meine Anteile einverstanden sind, dann ziehe ich echt den Hut vor dir! Was ich aber nicht mehr machen werde, ist an IRGENDEINER  Sache teilnehmen, hinter der ich nicht vollständig stehe. Ich hab die Nase VOLL, von dieser andauernden Zerrissenheit. Sollte hier der LEISESTE Zweifel übrig bleiben, werde ich NICHT in den Schamanismus einsteigen." Ich war wild entschlossen, dem Baum nichts durchgehen zu lassen. Schamanismus und das ganze "Zeug", das man dabei macht, erschien mir viel zu abgefahren, als dass ich da hätte "einfach nur so" dabei sein wollen.

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Anja Hoff