Wenn der Berg mit dir spricht

Achtsamkeitsmeditation in den Bergen

Thomas Schneider, wegezumsein.com

Erlebnisbericht Bergmeditation

Leise und sehr behutsam setzen wir die Schritte in den Bergen. Es hat etwas Würdevolles, als ob wir ein Heiligtum betreten. Die Farben des Himmels, der Berge und der Wiesen strahlen so klar, wie noch nie. Alles ist neu, es ist fast so, als ob alles um uns herum lebendig ist. Die Blätter tanzen im Wind. Staunen und Ehrfurcht erfüllt uns. Die Freude, die diese Natur ausstrahlt, berührt uns auf eine ganz tiefe Weise, das ist deutlich wahrnehmbar. Wir setzen uns nieder und unsere Augen blicken auf diesen imposanten Berg gegenüber von uns. Diese Kraft und Schönheit nimmt alle in den Bann. Wir lauschen in die Stille der Natur. Dann kommt der Augenblick, wo nur noch der Berg und wir da sind. Eine erhabene und allumfassende Präsenz breitet sich aus. Es fühlt sich so natürlich und vertraut an.

Auf einmal nehmen wir ein metallenes Klackern wahr, nichts was in diese Stille passt. Wir hören einfach hin, ohne zu bewerten, wie wir es gelernt haben, nur nicht verstricken, dem keine Kraft geben, höre ich Thomas im Geiste sagen. Und doch ist dieses Geräusch hier fremd. Über einen sanften Bergrücken kommt ein Wanderer verschwitzt und keuchend den Bergpfad hoch. Ich sehe weiße Stöpsel in seinen Ohren, die Wanderstöcke fest in beiden Händen und den Blick starr auf den Boden gerichtet. Er scheint geistesabwesend, in Gedanken versunken zu sein. Er sieht uns nicht, obwohl wir nur wenige Meter von ihm entfernt sind. Ob er wohl diese Schönheit der Natur wahrnimmt? Eine Zeit lang sitzen wir hier, atmen und lauschen in die Stille. Alles, was dort an Geräuschen aus der Natur wahrnehmbar ist, fügt sich harmonisch ein. Die Zeit steht still. Von einem weiter unten liegenden Pfad dringen verzerrte Geräusche nach oben. Es hört sich fast an, wie das angestrengte und aufgeregte Schnattern einer Herde Gänse, nur viel unnatürlicher. Eine Gruppe von wild gestikulierenden Menschen bewegt sich dort unten. Was sie sich wohl so Wichtiges zu erzählen haben in dieser wunderschönen Natur? Ich fasse einige Gesprächsfetzen auf. „Wie teuer doch mittlerweile alles ist, seitdem der Euro da ist…“. Meine Aufmerksamkeit lenke ich wieder auf den mir gegenüber liegenden Berg, bis das Geschnatter an den Rand meiner Wahrnehmung tritt. Ich merke, wie sich meine Muskulatur wieder entspannt und sich langsam wieder eine wohltuende Stille aus meinem Innersten ausbreitet.

Weiterlesen im Magazin maaS No. 1 Beruf und Berufung

 

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Thomas Schneider