Hinter mir am Hang brüllte ein Hirsch

Hirsch, Visionssuche

Foto: Sylvia Koch-Weser

"Hinter mir am Hang brüllte ein Hirsch. Ein Geräusch, das mir völlig fremd war, und von einer Art, die tief in die Knochen fuhr", schreibt ein Teilnehmer, der sich auf das Abenteuer der Visionssuche eingelassen hat. Vier Tage alleine in der Wildnis, fastend und ungeschützt. Nur ein Schlafsack als Unterschlupf, eine dünne Isomatte und ein paar Plastikkanister voller Trinkwasser. Wer von so einer Erfahrung berichtet, wird mit einer Mischung aus Unglaube und Faszination mit großen Augen angestaunt: Was heißt das denn: Alleine in der Wüste? Wie kommst du dahin? Ißt du dann Eidechsen? Was ist, wenn dir etwas passiert? Vision Quest - wer sich diesem uralten Initiationsritual  aussetzt, muss gute Gründe haben. Die Teilnehmer stellen sich den Fragen: Wer bin ich? Wo stehe ich? Wo will ich hin? An was glaube ich? Was sind meine Gaben? Was ist mein Auftrag?

Die Verbreitung derartiger Schwellenrituale quer durch alle Kulturen und Zeitalter scheint darauf zu verweisen, dass es sich dabei sogar um eine Art  Grundmuster der Krisenbewältigung handelt. Die Ängste und Bedenken, die jeder spürt, der sich vorstellt, so etwas selbst einmal zu machen, haben gleichzeitig etwas von Herausforderung, von Abenteuer und Grenzüberschreitung. Und das Konzept: „Heilung in der Wildnis“ scheint zu wirken.

Wie man sich auf eine Visisonssuche vorbereitet und welche Erfahrungen man machen kann, beschreibt Sylvia Koch-Weser in ihrem Artikel im Magazin "Berufung".

 

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Sylvia Koch-Weser