Eine Million Wege

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millionways

Eine Million Möglichkeiten gibt es, dein Potential zu entfalten. Und eine Organisation, die dir dabei hilft.

Mit Anfang 20 hat sich Martin Cordsmeier für die Geschichten von Menschen interessiert, jungen und alten, armen und reichen. Was sie ihm erzählt haben, hat ihn sehr nachdenklich gemacht: Die meisten haben sich irgendwelchen Zwängen unterworfen und konnten nicht sie selbst sein. Wenn es doch ganz Vielen so geht, muss man daran doch etwas ändern! So entstand schon vor 10 Jahren der Gedanke, dass unglaublich viel Potential in den Menschen brach liegt, das nur gehoben werden muss. Im Idealfall bringt man die Menschen zusammen, die sich ergänzen und ähnliche Ziele haben. Weil es zu lange dauert bis das schwerfällige Bildungssystem darauf reagiert, hat Martin Cordsmeier die Initiative ergriffen und 2013 die gemeinnützige Stiftung millionways gegründet. Ziel ist es, Strukturen für eine Gesellschaft der Potenzialentfaltung aufzubauen, u. a. werden suchende Menschen miteinander verknüpft.

Sechs Interviewer machen nichts anderes als mit Menschen zu telefonieren, die sich bei millionways melden, weil sie unzufrieden mit ihrer Arbeitssituation sind und daran etwas verändern möchten. Im letzten Jahr waren es 2000, größtenteils um die 50 Jahre alt und in Lohn und Brot. Eine umwerfende Resonanz dafür, dass millionways kaum wirbt. Man könnte das als Luxusproblem von gut Verdienenden bezeichnen, aber im Prinzip zeigt es ein massives Problem innerhalb der Bevölkerung. Es geht um die existenzielle Frage, die sich jeder stellen sollte: Wofür bin ich da? Zum Glück tun das immer mehr, teilweise auch aus der Krise heraus, denn nicht selten führen unerfüllte Berufswünsche oder sinnloses Arbeiten zu Burnout und anderen Krankheiten oder Arbeitslosigkeit. Martin Cordsmeier und sein Team bereiten sich auf einen großen Ansturm vor, wenn millionways dieses Jahr über Funk und Fernsehen in die Werbung einsteigt. Die Talente der Anrufer müssen systematisch erfasst und mit den passenden Teilnehmern vernetzt werden. Derzeit passiert das ausschließlich über Telefon und E-Mail, aber zukünftig wird es auch regionale Meeting points geben, an denen sich Interessierte auch leibhaftig kennenlernen können.

Viel Wert legt Martin Cordsmeier auf eine basisdemokratische Struktur der Stiftung. So gibt es einen Kreis an Unterstützern, der sich aus allen Interessensgruppen zusammensetzt. Manche Entscheidungen werden im großen Kreis aller Mitglieder zur Abstimmung gegeben. So soll gesichert werden, dass die Stiftung nicht eine Richtung einschlägt, die von der Basis gar nicht erwünscht ist.

Was haben die TeilnehmerInnen davon, wenn sie mitmachen?
Sie können auf Gleichgesinnte treffen, die sie so ohne weiteres in ihrem beruflichen oder privaten Umfeld nicht kennenlernen würden. Wenn aus den „Matches“ eine profitable Produkt- oder Unternehmensidee entstehen könnte, kann millionways auch finanziell unter die Arme greifen. Derzeit wird noch an dem Konzept gefeilt auf vielfältige Weise Kapital aus dem gemeinsamen Tun zu ziehen. Ein kleiner Beitrag von 5€ soll von den Interviewpartnern erhoben werden, auch um verstärkt ernsthaft Interessierte anzuziehen.  Außerdem wird eine Personalvermittlung aufgebaut, um freie Stellen auf dem Arbeitsmarkt mit den passenden Menschen zu besetzen. Natürlich wird der Topf auch von Spenden derer gespeist, die an die Idee der Potentiale dieser Gesellschaft glauben. Und wenn die Richtigen dann zusammen kommen entstehen erfolgreiche Unternehmen, die wiederum einen Teil ihres Gewinns an die Stiftung zurück zahlen, die zu ihrer Gründung beigetragen hat. Derzeit sind circa 40 Projekte entstanden, die ideell begleitet werden und kurz vor einer finanziellen Förderung stehen. Das ist immerhin eine Quote von 2%.

Auch wenn du noch ganz am Anfang stehst und selbst noch nicht so genau weißt, in welche Richtung es geht, lohnt es sich einen Telefontermin unter www.millionways.org auszumachen. Du wirst viele interessante Gespräche führen , die dich jedes Mal auf ungeahnte Weise vorwärts bringen.

Auszug aus dem Magazin Beruf und Berufung.

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Anita Maas