Ein spannendes Paar

Förster & Kreuz

Als Business-Querdenker vermitteln Anja Förster und Dr. Peter Kreuz  in ihren Vorträgen und Bestseller-Büchern, wie man Regeln bricht und sich selbst dabei treu bleibt. Was für andere ein Alptraum wäre, ist für sie Erfüllung: Zusammen leben und arbeiten. Wie kann das funktionieren? Anja Förster und Peter Kreuz gehen als schillerndes Beispiel voran.

Leben und Arbeiten zu zweit, geht das?

Anja Förster: Ja, das geht! Die Vorstellung, nicht nur privat, sondern auch beruflich ein Paar zu sein, ist für viele weniger Wunsch als Alptraum. Wir sehen das anders: Wir lieben uns und das, was wir tun. Etwas Besseres kann uns gar nicht passieren. Finden wir.

Sie haben beide sehr hochdotierte und sichere Positionen verlassen. Was hat Sie dazu bewegt, sich gemeinsam selbstständig zu machen?

Peter Kreuz: Bis zum Jahr 2000 drehte sich unser Leben im Kreis. Anja war Managerin bei der Unternehmensberatung Accenture und ich Assistant Professor an der Wirtschaftsuniversität Wien. Unser Denken war geprägt von der Normalität in großen Organisationen. Im Rahmen eines Forschungsprojektes zum Thema strategische Innovation hatte ich die Chance, mit ungewöhnlichen Menschen zu arbeiten. Das waren kantige Persönlichkeiten, mutige Unternehmer und selbstbewusste Querdenker, die Konventionen in Frage gestellt und ihr Leben erfolgreich in die eigenen Hände genommen haben.

Anja Förster: Das war der Zündfunken, der auf uns übergesprungen ist und uns seitdem nicht mehr losgelassen hat. Deshalb haben wir vor 15 Jahren einen Schlussstrich unter das Kapitel der sicheren Anstellung gezogen und unsere Leidenschaft zum Beruf gemacht.

Ist eine 24 Stunden Rundum-Beziehung nicht auch mit Zündstoff behaftet?

Anja Förster: Wir lassen uns gegenseitig Raum. Das funktioniert bei uns prima, weil jeder von uns pro Jahr 50 Tage auf Vortragsreisen unterwegs ist. Dann kommen noch Pressetermine und Veranstaltungen hinzu, die jeder von uns wahrnimmt.

Peter Kreuz: Aber dann gibt es auch wieder Phasen, in denen wir sehr intensiv zusammenarbeiten, nämlich bei unseren Buchprojekten. Das hat bisher ohne große Streitigkeiten funktioniert. Es liegt wahrscheinlich daran, dass ich meiner Frau meist ihren Willen lasse (lacht).

Aus Ihren Büchern und Vorträgen spürt man die große Begeisterung, die Sie mitbringen. Woher holen Sie immer neue Kraft, für den zum Teil doch ziemlich anstrengenden Job als reisende Vortragskünstler?

Peter Kreuz: Klar ist das anstrengend. Und genau deshalb ist Entschleunigung so wichtig. Um kreativ zu sein, braucht es Lockerheit, Zeit und Ruhe, uns hinzusetzen und nachzudenken. Um diesen Anspruch von der Theorie in die Praxis zu überführen, haben wir die Zahl der Tage, die wir an Kunden verkaufen, begrenzt.

Bleibt Ihnen neben der Arbeit auch Raum für ganz persönlichen Rückzug und eigene Interessen?

Anja Förster: Die Frage legt den Schluss nahe, dass Arbeit und Privatleben strikt voneinander getrennt werden müssten. Ich mag übrigens auch den Begriff Work-Life-Balance nicht, denn er impliziert, dass Arbeit und Leben zwei vollkommen unterschiedliche Konzepte sind. Das ist widernatürlich und ein Relikt des Industriezeitalters. Die Frage muss lauten: Wie können wir unsere Arbeit so gestalten, dass wir Freiheit in der Arbeit haben anstatt Freiheit nach der Arbeit.

Wie machen Sie das denn mit der Freiheit in der Arbeit?

Anja Förster: Wenn wir uns beispielsweise zum Schreiben in unser Landhaus nach Frankreich zurückziehen, planen wir die Tage so, dass wir das Schreiben und die Recherche für das neue Buch mit anderen Dingen wie Gartenarbeit oder einer Segelpartie auf unserem Boot mischen. Die Mischung macht es so reizvoll. Das ist Freiheit in der Arbeit. Es bedeutet nicht, den ganzen Tag in der Hängematte zu liegen und nichts zu tun, sondern seinen Tag selbstverantwortlich zu gestalten.

Gibt es bei Ihnen auch eine Rollenverteilung von Arbeiten, die einer nicht so gerne macht und der andere es dann aus Sympathie erledigt?

Peter Kreuz: Das regeln wir anders. Uns war beispielsweise von Anfang an klar, dass niemand von uns Bock auf Buchhaltung hat, allein der Gedanke daran verursacht schon Pickel. Aber dafür gibt es Profis, die das nicht nur gut, sondern auch gern machen. Ich bin überzeugt, dass Menschen nie Weltklasse in irgendetwas sind, an dem sie keine Freude haben. Also haben wir uns zum Prinzip gemacht, von den Dingen, an denen wir Dauerhaft keine Freude haben, die Finger zu lassen.

Was sind für Sie die größten Herausforderungen?

 

Weiterlesen in maas No. 2 Frauen und Männer

Jetzt bestellen

 

 

 

Rena Hoffmann