21-Jähriger befreit Ozeane vom Plastikmüll

Boyan Slat Ocean cleanup, Plastikmüll im Meer, Visionär, 21 jahre

Gesagt, getan

Dieser 21jährige Visionär hat einst gesagt, er würde die Ozeane von Plastikmüll befreien. Jetzt tut er es!

Jahr für Jahr produzieren wir Menschen weltweit eine unvorstellbar große Menge an Plastikmüll. Trotz großer Fortschritte hinsichtlich der Wiederverwertung dieses durchaus giftigen Kunststoffs, landen immer noch große Ansammlungen in den Ozeanen unserer Welt. Vor einigen Jahren hat sich der niederländische Visionär und Querdenker, Boyan Slat (heute 21), angefangen dazu Gedanken zu machen und fand heraus, dass sich unser Müll in 5 großen, kreisenden Strömungen ("Gyres") wie inselartige Gebilde im Wasser hält. Plastik, was im Wasser schwimmend für Nahrungsmittel gehalten wird, ist eine direkte Lebensbedrohung für alle Meeresbewohner und so letztendlich auch für den Menschen, denn von dort gelangen die einzelnen Partikel  (DDT und PCB) in der Nahrungskette akkumuliert ebenfalls auf unseren Tisch.

Boyan Slat hat, nachdem er beim Tauchen in Griechenland auf mehr Plastiktüten als Fische gestoßen ist, beschlossen mit diesem Problem im wahrsten Sinne des Wortes aufzuräumen. Er und sein Team erfanden eine schwimmende Konstruktion bestehend aus einer Plattform und riesigen daran befestigten Schläuchen, an denen montierte Netze einige Meter tief in  den Ozean reichen. Die gesamte Konstruktion wird am Meeresboden befestigt und für mehrere Jahre in Betrieb genommen. Sie ist mit ihren Fangarmen in der Lage selbst kleinste Partikel aus dem Wasser heraus zu filtern und nutzt dabei allein Sonnenenergie für ihren Selbsterhalt und die Strömungsenergie des Meeres zum Einsammeln des Umweltmülls. Das dadurch gewonnene Plastik kann anschließend gewinnbringend zu Recyclingzwecken verkauft werden.

Das Besondere an Boyan Slat ist, dass er weniger an den Profit geglaubt hat als an die entschiedene Veränderung, die durch seine Vision erreichbar ist. Bereits mit 17 Jahren hat der Idealist und selbsternannte Weltverbesserer mit seinen Forschungen begonnen, stets mit der Überzeugung im Herzen, dass eine positive Entwicklung im Umweltbereich, so wie für jeden von uns, auch mit in seiner Verantwortung liegt. Dem jungen, unkonventionellen Denker wurde alsbald ein großes Medieninteresse zuteil. Im vergangenen Jahr konnte er in einer Crowdfunding-Kampagne mehrere Millionen US-Dollar an Spenden aus aller Welt für sein Projekt erwirtschaften. Heute nur 4 Jahre nach der ersten Idee besteht sein Unternehmen aus 25 Festangestellten und über 100 Freiwilligen, die an Boyans Traum glauben und ihn und seine Vision unterstützen. Das niederländische Wunderkind, wie er gern von den Medien genannt wird, kann heute mit Stolz behaupten, dass er den Grundstein zu dem größten Umweltbereinigungsprojekt der Welt gelegt hat. Und Mitte 2016 geht der erste Prototyp seiner Filteranlange dann tatsächlich für 2 Jahre zwischen Japan und Südkorea in Betrieb.

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Juliane Wothe